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Google jagt Outlook-Nutzer

Mit der Softwareerweiterung "Apps Sync" will Google Unternehmen den Umstieg auf die Online-Applikationen Google Apps vereinfachen. Microsofts Server-Programme sollen überflüssig werden.

14.06.2009, 11:31 Uhr
Google© Google

Beim Blick auf die Bürocomputer in den meisten Unternehmen bietet sich fast überall das gleiche Bild: Mit einem Marktanteil von 92 Prozent sind die Office-Programme von Microsoft inklusive des Kommunikationsmoduls Outlook die mit weitem Abstand am häufigsten eingesetzten Büroprogramme. Der Suchmaschinenbetreiber Google, der in immer mehr Feldern zum Konkurrenten für Microsoft wird, versucht mit einer neuen Softwareerweiterung verstärkt Unternehmenskunden zu einem Umstieg von Outlook auf die Google Apps, Online-Anwendungen im Internet, zu bewegen.
"Apps Sync" erleichert Wechsel
Bislang liegt der Marktanteil von Google Apps laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland" (FTD) allerdings erst bei mageren knapp drei Prozent. Weltweit werden die Google Apps von rund 15 Millionen Anwendern genutzt, 1,75 Millionen Unternehmen nutzen die Online-Anwendungen wie Google Mail. Die neue Softwareerweiterung "Apps Sync for Microsoft Outlook" ermögliche laut Google einen Verzicht auf Microsoft Exchange-Server, erlaube aber dennoch weiterhin die Outlook-Nutzung mit Zugriff auf E-Mail, Kalender und Kontakte über die Office-Schnittstelle.
Outlook-Daten können mit Google Apps auch online synchronisiert werden. Anwender können dabei selber entscheiden, ob sie weiterhin Outlook einsetzen oder aber direkt zu den Google-Anwendungen wechseln. Aber auch bei der Nutzung von Outlook wird durch Implementierung der neuen Softwareerweiterung "Apps Sync" Google im Hintergrund werkeln. Der Einsatz der für Unternehmen kostenpflichtigen Google Apps-Variante koste weniger als die Hälfte im Vergleich zu den Microsoft Programmen.
Umsatz von Google Apps bislang noch relativ gering
Obwohl Google Apps mittlerweile nach Unternehmensangaben für mehrere hundert Millionen US-Dollar Umsatz sorgt, nimmt sich dieser Bereich im Vergleich zum Gesamtumsatz von Google noch verschwindend gering aus. Dieser lag zuletzt vor allem durch Onlinewerbung bei rund 21 Milliarden US-Dollar. Zunehmend gehen auch andere große Softwareunternehmen wie etwa SAP dazu über, internetbasierte Software für große Unternehmen anzubieten. SAP plane für Mitte 2010 laut "FTD" eine Spesen- und Reisekostenabrechnung als Onlineversion. Inzwischen bietet auch Microsoft Software als Online-Varianten an, wie der Softwareriese im April bekanntgab.

(Jörg Schamberg)

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