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Google Inbox: Die E-Mails werden jetzt zum News-Feed

Google hat seinen neuen E-Mail-Dienst Inbox vorgestellt. Die einzelnen Nachrichten werden nicht mehr in einer geordneten Liste angezeigt, sondern als ein Feed, wie man ihn aus den sozialen Netzwerken kennt. Dahinter stecken dann Algorithmen wie die von Google Now.

23.10.2014, 10:46 Uhr
Google© Google

Google hat seinen neuen E-Mail-Dienst Inbox vorgestellt - in Form einer App für Android, iOS und den Chrome-Browser. Es steckt dahinter allerdings auch ein neues, von Gmail unabhängiges System. Mit Inbox will Google die E-Mail neu erfinden. Die einzelnen Nachrichten werden nicht mehr in einer einfach geordneten Liste angezeigt, sondern als ein Feed, wie man ihn aus den sozialen Netzwerken kennt. Dahinter stecken dann Algorithmen wie die von Google Now.

Google sortiert die E-Mails vor

Der erste Blick beim Checken der E-Mails fällt auf den neuen Startbildschirm. Hier werden die einzelnen Nachrichten intelligent sortiert. Wichtiges wird hervorgehoben. Zu den Highlights gehören Dringendes wie anstehende Termine und Wichtiges wie die Mails von Freunden und der Familie.

Andere Nachrichten werden dagegen ausgeblendet und in Gruppierungen zusammengefasst. Es handelt sich dabei um eine Weiterentwicklung der Kategorien, die letztes Jahr in Gmail aufgetaucht sind. So lassen sich alle Rechnungen automatisch sammeln, um sie in einem Schwung abarbeiten zu können. Oder der Chit-Chat aus dem Sportverein, der die Inbox nicht verstopfen soll.

Was vielleicht übersehen wird

Das Ziel ist, die Startseite so selten wie möglich verlassen zu müssen. So werden in einer Mail eingebettete Fotos direkt angezeigt. Sie lassen sich anschauen, ohne die Mail selbst öffnen zu müssen. Die Algorithmen suchen auch nach Informationen, die den Inhalt einer Mail auf den aktuellen Stand bringen. Zu einer Flugverbindung werden dann zum Beispiel aktuelle Daten eingeblendet.

Dass dafür die Startseite der Inbox nicht mehr verlassen werden muss, kann als ein Vorteil gesehen werden, wenn der schnelle Blick auf das Smartphone eine Verspätung anzeigt und bedeutet, dass man sich nicht so abhetzen muss. Wenn eine Mail aber nicht mehr als Ganzes gelesen wird, werden aber vielleicht auch wichtige Anmerkungen nicht mehr wahrgenommen - zum Beispiel ein Geschenk für den Sohn mitzubringen. Letztlich wird dies von der Güte der Google-Algorithmen abhängen.

Die Inbox als ToDo-Liste

Da viele ihren Posteingang bereits jetzt als eine ToDo-Liste nutzen, macht die neue Inbox von Google aus der Not eine Tugend. Aufgaben und Erinnerungen werden in den Feed der Inbox eingebettet. Auch hier beschafft ein Algorithmus Zusatzinformationen wie zum Beispiel Telefonnummern und Wegbeschreibungen.

Damit die Aufmerksamkeit zur rechten Zeit auf die rechten Dinge gelenkt wird, bemüht sich Google nicht nur Dringendes und Wichtiges hervorzuheben, Mails und Erinnerungen lassen sich auch zeitweise ausblenden. Sie erscheinen dann zu einem späteren Zeitpunkt wieder oder an einem bestimmten Ort - im Büro, nach der Ankunft zuhause oder unterwegs im Supermarkt.

Nur per Einladung

Google hat der Inbox einige Mechanismen spendiert, um die eingehende Flut von Nachrichten zu bändigen. Mit keinem Wort wird allerdings erwähnt, wie das Schreiben von E-Mails gestaltet wurde.

Der neue E-Mail-Dienst von Google heißt in der Langform "Inbox by Gmail", läuft aber getrennt. Im Hintergrund werden die Daten jedoch mit Gmail synchronisiert - ein Backup für technische Probleme oder bei Nichtgefallen. Um den Dienst nicht zu überlasten, gelingt der Zugang vorerst nur per Einladung. Wer niemanden kennt, der bereits Google Inbox nutzt, kann sich über die Website oder unter inbox@google.com selbst darum bemühen.

(Peter Giesecke)

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