News

Google I/O: Neuerungen für Suche, Google Maps und Google+

Google hat neben einem neuen Musik-Streamingdienst weitere Neuerungen angekündigt. Die Suche soll komplette Fragen der Nutzer beantworten, Google Maps erhält runderneuerte Karten und Google+ verfügt nun über ein dreispaltiges Design.

15.05.2013, 22:07 Uhr (Quelle: DPA)
Google© Google

Google prescht voran: Der Internet-Riese hat am Mittwoch mit "Google Music Play All Access" einen Online-Musikdienst sowie Verbesserungen bei Internet-Suche und seinen populären Karten vorgestellt. Die Neuerungen sollen Google den Platz auf allen Arten von Computern sichern.

Suchanfragen in ganzen Sätzen

Der zuständige Manager Amit Singhal verkündete bei der Entwicklerkonferenz Google I/O in San Francisco provokant "das Ende der Internet-Suche, wie wir sie kennen". Google I/O ist die jährliche Konferenz für Software-Entwickler, auf der der Internet-Riese wichtige Neuheiten vorstellt. An der Börse kam der Kurs gut an: Die Google-Aktie sprang schon vor Beginn der Entwicklermesse Google I/O erstmals über 900 Dollar und hielt sich auch während der über dreistündigen Präsentation darüber - auch weil Google-Chef Larry Page sich nach langer Zeit wieder bei einem großen öffentlichen Event sehen ließ und Fragen aus dem Publikum beantwortete. Am Dienstag hatte Page den zeitweisen Verlust seiner Stimme mit einer Stimmbandlähmung begründet.

Page richtete sich auf der Konferenz mit grundsätzlichen Bemerkungen an die Entwickler. "In jeder Geschichte, die ich über Google lese, geht es um uns gegen irgendeine andere Firma." Darum gehe es in Wirklichkeit aber gar nicht. "Wir sollten Sachen bauen, die bislang gar nicht existieren." Mit einem negativen Ansatz könne man keinen Fortschritt erzielen. "Und nicht jede neue Technologie ist ein Null-Summen-Spiel.

Die Suchmaschine soll verstärkt in ganzen Sätzen formulierte Fragen der Nutzer beantworten. Im hauseigenen Web-Browser Chrome kann man sie jetzt auch über das Mikrofon stellen und eine gesprochene Antwort bekommen. Dafür stellt Google seit Jahren riesige Wissens-Datenbanken zusammen. Um die Funktion zu aktivieren, spricht man den Computer mit "Okay, Google" an. Wenn persönliche Informationen wie Termine, Kontakte oder Reisepläne bei Google gespeichert sind, funktioniert Chrome wie ein persönlicher Assistent.

Neue Karten für Maps und neues Aussehen für Google+

Die runderneuerten Karten will Google stärker auf einzelne Nutzer anpassen. Dafür kommen unter anderem Empfehlungen und Bewertungen von Lokalen stärker in den Vordergrund. Außerdem werden Informationen über Unfälle auf den Straßen direkt in Google Maps eingebunden - aber auch Sonderangebote von Geschäften. Die Ansicht der Karten auf Tablet-Computern wurde erneuert.

Dem Online-Netzwerk Google+ verpasste der Konzern ein neues Aussehen mit drei Spalten nebeneinander. Von den 41 neuen Funktionen haben viele mit Fotos zu tun. So werden Bilder jetzt in Auflösung hochgeladen und gespeichert. Außerdem wurden Möglichkeiten zur Online-Bearbeitung integriert. Unter anderem kann man jetzt Falten minimieren.

Mit Apple will Google verstärkt bei Apps für den Bildungsbereich konkurrieren - auf einer extra Plattform für Schulen und andere Einrichtungen gibt es Apps auf Rechnung.

Neue Möglichkeiten für App-Entwickler

Das Google-Betriebssystem Android knackte die Marke von 900 Millionen aktivierten Geräten, wie der neue Android-Chef Sundar Pichai bekanntgab. Im Jahr 2012 hatte Google erst 400 Millionen aktivierte Android-Geräte gemeldet. Es geht dabei vor allem um Smartphones. Die App-Downloads auf der Plattform Google Play hätten 48 Milliarden erreicht - davon allein 2,5 Milliarden im vergangenen Monat. Der Rivale Apple steht unmittelbar davor, die Marke von 50 Milliarden heruntergeladenen Apps zu erreichen.

Zunächst standen auf der Konferenz vor allem neue Möglichkeiten für App-Entwickler im Mittelpunkt. Unter den ersten am Mittwoch vorgestellten Neuerungen war die Möglichkeit, Spielstände in der Cloud zu speichern, um nahtlos auf verschiedenen Geräten spielen zu können. Außerdem gibt es jetzt eine Schnittstelle, über die Apps sich unterschiedlich verhalten können, je nachdem ob der Nutzer geht, rennt oder mit einem Fahrrad unterwegs ist. Auch können sie bis zu 100 sogenannte Geofencing-Punkte pro App einbauen - virtuelle Zäune, die bestimmte Funktionen aktivieren, wenn ein Nutzer einen vorgegebenen Ort erreicht.

(Jörg Schamberg)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang