Konkurrenz für Echo Show?

Google Home erhält keinen eigenen Bildschirm

Google will nicht, wie etwa Amazon, einen vernetzten Lautsprecher mit Display auf den Markt bringen. Stattdessen sollen Informationen auf den bereits verfügbaren Bildschirmen der Nutzer wie Fernseher und Smartphones angezeigt werden.

Amazon Echo ShowAmazon hat mit Echo Show einen vernetzten Lautsprecher mit Display vorgestellt - Google geht einen anderen Weg.© Amazon.com, Inc.

Mountain View - Nachdem Amazon die Modellpalette seiner vernetzten "Echo"-Lautsprecher um eine Version mit Touchscreen ergänzte, hat Konkurrent Google keine Pläne für ein solches Gerät. Stattdessen sollen bei Google die Bildinformationen auf vernetzte Geräte mit Bildschirm wie Fernseher oder Smartphones geschickt werden. "Wir wollen die Bildschirme nutzen, die Nutzer bereits haben", sagte Google-Manager Suveer Kothari auf der Entwicklermesse Google I/O in Mountain View.

Infos auf Smartphones und TV-Geräten anzeigen

Schließlich seien bereits Milliarden Smartphones und Dutzende Millionen vernetzter Fernseher im Einsatz. "Je nach dem Kontext der Frage und was der Nutzer vorhat, wollen wir auf smarte Weise entscheiden, wo wir die Informationen anzeigen", sagte Kothari. Routenanweisungen etwa seien nicht besonders nützlich auf einem Bildschirm zuhause - aber auf dem Telefon, das man mitnimmt. "Wir denken, dass ein Assistent in allen Lebensumständen verfügbar sein muss, um wirklich nützlich zu sein."

Google brachte seinen digitalen Assistenten auf der I/O auch erstmals als App auf Apples iPhone, wo er der Siri-Software Konkurrenz machen soll. Dabei hat der Google Assistant auf dem Apple-Telefon einen eingeschränkten Funktionsumfang und ist nicht so tief in das iOS-Betriebssystem eingebunden wie Siri. So kann man über ihn etwa keine Timer oder Wecker stellen und auch nicht per Sprachbefehl den Flugzeugmodus einschalten. Auch muss die App geöffnet sein, damit der der Assistant auf die übliche Ansprache "Okay, Google" reagiert. "Wir haben die App wie jeder andere Entwickler für die iOS-Plattform gebaut", sagte Assistant-Produktchef Gummi Hafsteinsson.

Google sieht sich bei digitalen Assistenten im Vorteil

Zugleich sieht Kothari Google im Wettstreit der digitalen Assistenten dank zwei Jahrzehnten Suchmaschinen-Erfahrung grundsätzlich im Vorteil. "Die Tatsache, dass wir auf hunderte Millionen Webseiten zurückgreifen können, erlaubt es uns eine Auswahl von Informationen zu präsentieren, die keiner sonst bieten kann", sagte er.

Jörg Schamberg / Quelle: DPA

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