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Google-Handy schickt unbemerkt SMS an T-Mobile

Das neue T-Mobile G1 Handy in der US-Version kann bei Nutzung im Ausland mit SIM-Karten anderer Anbieter zur Kostenfalle werden. Schuld ist die Anmeldung an der MyFaves-Oberfläche.

07.01.2009, 18:16 Uhr
Google© Google

Im Frühjahr soll es auch auf den deutschen Markt kommen: das Touchscreen-Handy T-Mobile G1 mit dem Google Betriebssystem Android. In anderen Ländern ist es bereits erhältlich, unter anderem in den USA. Für G1-Nutzer, die ihr Handy vielleicht bei einem USA-Urlaub gekauft haben und nun im Ausland einsetzen, ergibt sich allerdings eine Kostenfalle durch das Hintertürchen.
Über 1.000 SMS verschickt
Das australische Nachrichtenmagazin apcmag.com berichtet auf seiner Webseite von zwei australischen Nutzern des Google-Handys, die auf ihrer Telefonrechnung 200 beziehungsweise sogar 1.329 internationale SMS gefunden hatten, die aber nicht von ihnen verschickt worden waren. Pro SMS wurden umgerechnet 18 Cent in Rechnung gestellt. Da die Australier das Handy mit SIM-Karten des australischen Netzbetreibers Virgin mobile genutzt hatten, wurden für die SMS Roamingpreise berechnet.
Laut Bericht soll das Google-Handy in bestimmten Abständen eine voreingestellte Nummer von T-Mobile USA anwählen. Verantwortlich dafür ist die MyFaves-Anwendung, die diese Kurznachrichten bei Anmeldung an der MyFaves-Benutzeroberfläche ohne Wissen des Handynutzers verschickt. Ein Jailbreak und Nutzung der britischen Firmware statt der amerikanischen könnte laut dem Magazin die Versendung der Kurzmitteilungen stoppen. Dies ist allerdings keine offizielle Vorgehensweise.
T-Mobile wiegelt ab: Eigene Kunden sind nicht betroffen
Auf Anfrage von onlinekosten.de erklärte ein T-Mobile-Sprecher, dass Kunden von T-Mobile von dem Problem nicht betroffen seien. Das G1 in der Variante von T-Mobile sei ja in der Regel auch nicht für den Einsatz mit SIM-Karten anderer Anbieter gedacht. Zudem sei die Firmware jeweils länderspezifisch gestaltet. Wie die deutsche Oberfläche des G1 letztendlich aussehen werde, sei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht entschieden. Es sei auch noch nicht klar, ob die MyFaves-Anwendung in diese Oberfläche integriert werde. Bei anderen handelsüblichen Handys, etwa von Sony oder Samsung, lasse sich die automatische MyFaves-Anmeldung auch deaktivieren.

(Jörg Schamberg)

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