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Google greift mit Chromebooks an

Die neuen Notebooks mit dem Betriebssystem Chrome OS werden ab dem 15 Juni auch in Deutschland angeboten. Erste Hesteller sind Acer und Samsung.

11.05.2011, 20:33 Uhr (Quelle: DPA)
Google© Google

Google bläst mit seinem Betriebssystem Chrome OS zum Großangriff gegen Microsoft. Ab dem 15. Juni werden die ersten Notebooks mit dem Web-Betriebssystem von Samsung und Acer auch in Deutschland verfügbar sein, kündigte Google-Manager Sundar Pichai am Mittwoch auf der Entwicklerkonferenz I/O in San Francisco. 75 Prozent der Anwender des zehn Jahre alten Microsoft-Betriebssystems Windows XP, das immer noch in vielen Firmen eingesetzt werden, könnten sofort auf ein Chromebook umsteigen und ihre gängigen Anwendungen nutzen.

Anwendungen bald auch offline nutzbar

Das Google-Betriebssystem Chrome OS ist speziell für die Web-Nutzung ausgelegt. Dateien und Programme werden aus dem Web geladen und dort gespeichert. Als Programme für die Bürokommunikation stehen unter anderem Google Docs zur Verfügung. In Kürze sollen Googles Kalender, Google Mail und Google Docs allerdings auch offline funktionieren, kündigte Pichai an. Zudem würden Chrome-Notebooks mit der Zeit immer schneller, weil Verbesserungen und Updates automatisch online installiert werden könnten, erklärte Pichai.

Die Chromebooks von Samsung und Acer sollen in den USA und sechs europäischen Ländern - darunter auch Deutschland - zu Preisen von 350 bis 500 Dollar angeboten werden. Samsung bringt sein Google-Laptop mit 12,1 Zoll Displaygröße in zwei Versionen mit WLAN und alternativ über eine integrierte SIM-Karte mit UMTS-Verbindung ins schnelle Mobilfunknetz heraus.

Chromebook von Samsung bootet in acht Sekunden

Nach zwei Jahren Entwicklungszeit dringt Google nun frontal in das Kerngeschäft des weltgrößten Softwareherstellers Microsoft ein. Für das erste Pilot-Programm Cr-48 habe Google bereits eine Million Bewerbungen bekommen. Mit Chrome OS werde das lange Starten des Computers endgültig der Vergangenheit angehören, erklärte Pichai. Samsungs Chromebook etwa brauche für das Booten lediglich noch acht Sekunden.

Auch den Browser Chrome hat Google deutlich aufgefrischt und konkurrenzfähig gebürstet. Bis heute sei der Browser insgesamt 160 Millionen Mal installiert worden, sagte Pichai. Damit habe sich die Nutzung im Vergleich zum letzten Jahr noch einmal verdoppelt. Mit Chrome tritt Google ebenfalls gegen Microsofts Internet Explorer an. Google sei mit Chrome in der Browserentwicklung weit voraus gewesen. Inzwischen würden alle modernen Browser den Standard HTML 5 unterstützen. Für Entwickler biete die aktuelle Version 11 eine Menge an neuen Möglichkeiten und Funktionen.

Google-Mitarbeiter Ian Ellison-Taylor demonstrierte zum Beispiel, wie einfach es ist, die Steuerung über Sprache in eine Web-Anwendung zu integrieren. Bis zu hundert neue Features werden in der nächsten Version folgen, kündigte Ellison-Taylor an. Über den Web Store bietet Google inzwischen 70 Millionen Anwendungen in 41 Sprachen an.

Mit einigen Neuheiten fordert Google auch seinen Rivalen Apple direkt heraus. Für Googles Web Store könnten Entwickler in ihre Anwendungen mit einer einzigen Code-Zeile eine individuelle und reibungslose Bezahlung anbieten. Google will von den Einnahmen lediglich fünf Prozent für sich behalten - Apple behält von den Umsätzen der Entwickler in seinen beiden Stores 30 Prozent. "Angry Birds", ein Spiel das über Apples App Store populär wurde und noch immer zu den beliebtesten Games gehört, lässt sich künftig auch über Chrome spielen - selbst ohne Internet-Verbindung, kündigte Spieleentwickler Peter Vesterbacka an.


(Hayo Lücke)

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