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Google: Eine Milliarde US-Dollar für AOL

Update: Google steigt mit einer fünfprozentigen Beteiligung bei AOL ein und sticht damit Microsoft im Rennen um die Time-Warner-Tochter aus.

21.12.2005, 10:17 Uhr
Google© Google

Exlusive Verhandlungen führt der AOL-Mutterkonzern Time Warner US-Medienberichten zufolge aktuell mit dem Suchmaschinenbetreiber Google. Eine Milliarde US-Dollar würde sich Google eine fünfprozentige Beteiligung an AOL kosten lassen. Die New York Times berichtet heute zudem, Google plane Werbeanzeigen auf seinen Seiten künftig mit grafischen Elementen zu versehen. AOL soll im Rahmen der Partnerschaft mit dem Suchmaschinenbetreiber Werbeplätze im Wert von 300 Millionen Dollar erhalten. Die neuen Werbeformen sollen der New York Times zufolge nicht AOL, sondern allen Kunden entsprechend offen stehen.
Microsoft zieht den Kürzeren
Kommt der Deal heute unter Dach und Fach, so wäre dies ein schwerer Rückschlag für Microsoft. Auch Microsoft verhandelte wochenlang mit dem AOL-Mutterkonzern mit dem Ziel, AOL für die Verwendung der eigenen Suchmaschine MSN abzuwerben. Microsoft bliebe damit nur die Nummer drei im Suchanzeigengeschäft, nach Google und Yahoo. AOL setzt bereits auf die Suchmaschinen-Technologie von Google. Mit der Partnerschaft der beiden Konzerne sichert sich Google nun langfristig den Zugriff auf Filme, Videos und andere Entertainment-Inhalte. AOL würde Google künftig bei der Anzeigenvermaktung unterstützen.
Update 21.12.: Übereinkunft erzielt
Das Geschäft ist perfekt, Google erwirbt die fünfprozentige Beteiligung an AOL zum vereinbarten Preis, wie die Unternehmen am Dienstag (Ortszeit) mitteilten. Google und AOL wollen künftig weltweit noch stärker bei der Internet-Werbung kooperieren und damit ihre Einnahmen steigern. Microsoft geht bei dem Deal leer aus.
AOL hofft, durch das Geschäft mehr Nutzer der erfolgreichen Internet-Suchmaschine Google auf seine Seiten leiten zu können. Dafür will Google die AOL-Inhalte sichtbarer machen. Google-Chef Eric Schmidt erklärte, die Kunden hätten nun deutlich mehr Zugriffsmöglichkeiten. Zu den neuen Angeboten zählen Texte, aber auch Audio- und Video-Inhalte von AOL. Time-Warner-Chef Richard Parsons zeigte sich zugleich überzeugt, dass AOL mit Hilfe von Google seine Position auf dem rasant wachsenden Online-Werbemarkt stärken und neue Anzeigenkunden gewinnen könne. Bereits 2002 hatten AOL und Google eine erste Zusammenarbeit bei der Online-Werbung vereinbart.
Beide Seiten profitieren
Zudem wollen AOL und Google ihre Telegramm-Dienste Google Talk und Instant Message (IM) besser vernetzen, so dass sich Nutzer "unter bestimmten Bedingungen" in Echtzeit austauschen können. Die Konkurrenten Microsoft und Yahoo hatten bereits im Oktober eine ähnliche Zusammenarbeit für den MSN Messenger und den Yahoo Messenger vereinbart.
Microsoft abgeschlagen
Verlierer bei der neuen Partnerschaft ist Microsoft. Der von Bill Gates gegründete Konzern hatte sich seit Monaten um eine Beteiligung bei AOL bemüht. Microsoft wollte damit eine stärkere Nutzung seiner Suchmaschine MSN Search erreichen. Nach einer Studie der Agentur Nielsen/NetRatings haben Google und AOL rund 55 Prozent Marktanteil, während MSN mit elf Prozent abgeschlagen ist.
Mit dem Deal setzt Google seine Erfolgsgeschichte fort. Das Unternehmen, das im August 2004 mit einem Preis von 85 Dollar pro Aktie an der Börse startete, wird inzwischen für rund 430 Dollar gehandelt.

(Denise Bergfeld)

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