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Google Compare - Google will Vergleichsportal in Deutschland starten

Laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" ist Google gewillt, auch in Deutschland direkt mit einem eigenen Online-Vergleichsportal an den Start zu gehen. Spätestens im September soll das mit dem Arbeitstitel "Google Compare" bezeichnete Projekt anlaufen. Zunächst liegt der Fokus auf KFZ-Versicherungen.

11.06.2013, 08:01 Uhr
Google© Google

Einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) zufolge plant Google offenbar, spätestens im September mit einem eigenen Online-Preisvergleichsportal für den deutschen Markt an den Start zu gehen. Zunächst soll sich das unter dem Arbeitstitel "Google Compare" behandelte Projekt auf die Vermarktung von KFZ-Versicherungen beschränken; eine Ausweitung auf andere Branchen sei mittelfristig geplant.

Mit Autoversicherungen soll es anfangen

Demnach steht Google in intensiven Gesprächen mit Versicherern, die ihre Produkte über die Plattform anbieten wollen. Der Suchmaschinenkonzern erhält im Gegenzug eine Provision. Mehrere Assekuranzen sollen sich laut "SZ" bereits mit Google geeinigt haben, darunter der Direktanbieter Admiral. Als Vorbild für "Google Compare" gilt das von Google seit 2011 in Großbritannien betriebene Pendant "Beat that Quote", das zunächst einfach auf den deutschen Markt übertragen werden sollte. Als ursprünglicher Starttermin sei der 1. Juli angepeilt worden; dieser konnte aber aufgrund verschiedener Probleme nicht eingehalten werden. Nun setzt der Internetkonzern auf die Kooperation mit einem deutschen Dienstleister, so das Blatt.

Für etablierte Vergleichsportale wie "Check24" oder "Verivox" birgt der Schritt erhebliche Gefahren. So zahlen diese für Werbeanzeigen auf der Suchseite selbst hohe Summen an Google und sind auf den Quasi-Monopolisten beziehungsweise eine gute Platzierung in seinen Suchergebnissen angewiesen. Gleichzeitig erwächst ihnen nun ein mächtiger Konkurrent, der jederzeit die Macht hat, unliebsame Wettbewerber in den Untiefen der Trefferliste verschwinden zu lassen – etwa im Rahmen regelmäßiger Updates des Suchalgorithmus. Diese dienen offiziell der Qualitätsverbesserung und sollen dazu beitragen, Spam- und rein zu Verkaufszwecken optimierte SEO-Websites von den ersten Seiten der Ergebnisliste zu verbannen, haben aber auch immer wieder negative Effekte bei zahlreichen Vergleichsportalen.

Wettbewerber und Kunden befürchten Nachteile

Darüber hinaus steht Google im Verdacht, eigene Dienste bei der Sortierung der Suchergebnisse zu bevorzugen, darunter auch Preisvergleiche. Ein EU-Kartellverfahren ist dazu bereits seit einiger Zeit anhängig; die Brüsseler Kommission droht Google mit Milliardenstrafen und verlangt umfangreiche Zugeständnisse.

Marktteilnehmer prognostizieren eine "Verengung des Marktes" und eine Verschlechterung der Konditionen, sollte Google tatsächlich direkt in die Vermittlung einsteigen. "Ich erwarte, dass viele Kunden direkt bei Googles Portal hängen bleiben. Dann klicken weniger auf die Anzeigen, und die von Anzeigen abhängigen Vergleicher oder Direktversicherer müssen mehr zahlen, um an ihr Neugeschäft zu kommen", sagte etwa Detlef Frank, Chef des mit 1,4 Millionen versicherten Fahrzeugen größten deutschen Online-Direktversicherers HUK24, der "SZ". Völlig überraschend treffen die Google-Pläne die Branche allerdings nicht. Bereits im Oktober hatte die "Financial Times Deutschland" über laufende Verhandlungen mit Versicherungsunternehmen zum Aufbau eines Online-Vergleichsportals berichtet.

(Christian Wolf)

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