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Google+ bleibt: Neuer Chef Dave Besbris setzt auf den "langen Atem"

Video- und Foto-Funktion boomen, so Dave Besbris. Also kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken: Das Netzwerk-Team sei sogar noch gewachsen. Gerüchte, Google+ stehe vor dem Aus, verweist der neue Chef von Google+ im Interview mit recode.net in die Sagenwelt.

08.10.2014, 18:31 Uhr
Google© Google

"Die Company steht hinter Google+". Damit will David Besbris, neuer "Google+"-Chef und Nachfolger von Vic Gundotra, unmissverständlich klarmachen: Das soziale Netzwerk Google+ steht nicht auf der Abschussliste, wie Gerüchte durchscheinen lassen. Im Gegenteil: Das Entwicklungsteam sei so groß wie nie, so Besbris gegenüber dem Internet-Magazin recode.net. Die Zukunft des Netzwerks war angesichts der erdrückenden Konkurrenz durch Facebook ins Gerede gekommen, nachdem Google+-Chef Vic Gundotra im April dieses Jahres plötzlich den Dienst quittiert hatte.

Video-Hangouts gehen "ab wie eine Rakete"

In dem Interview betont Besbris, das Team sei erweitert worden und in neue Büros gezogen – und zwar freiwillig und nicht, wie offenbar manche Zungen behaupten, gezwungenermaßen. Außerdem würden einige Optionen von den Nutzern hervorragend angenommen wie beispielsweise die Video-Hangouts-Funktion und Google Photos. Sie sei innerhalb des Netzwerks "abgegangen wie eine Rakete", so Besbris. Zudem biete Google+ einen sehr hohen Sicherheitsstandard. Im Bereich Apps und Mobilfunk sieht der Abteilungsleiter hingegen noch weiteren Entwicklungsbedarf.

Besbris vs. Gundotra: "Er mag Sweater, ich mag Jackets"

Vorsichtig äußert sich Besbris bezüglich zukünftiger Werbeaktionen in Google+ "Werbung kann nützlich sein", sagt er gegenüber recode.net. Dies sei aber nur der Fall, wenn sie nahe am Thema ist, das gerade diskutiert wird. Und das sei in Netzwerken schwer umzusetzen.

Auch über Vorgänger Gundotra lässt Besbris nicht viel verlauten. "Er mag Sweater, ich mag Jackets", resümiert er augenzwinkernd. Ansonsten habe sich in der Arbeit nicht viel geändert, abgesehen vom Führungsstil im Team. Kritik ist aus ihm nicht herauszubringen: "Wir waren und sind Freunde", so Besbris bestimmt im Interview.

Besbris legt wert darauf, dass nur jene Google+ nutzen, die das auch wirklich wollen. Damit wehrt er sich offenbar gegen Vorwürfe, der Google+-Account werde Google-Nutzern aufgedrängt. Das Anlegen eines Gmail-Accounts ist beispielsweise von Google+ wieder gelöst worden.

Google setze stets auf den langen Atem, so Besbris. Auch ein Projekt wie Google+ braucht Zeit, um sich zu entwickeln und mit Branchenriesen wie Facebook konkurrieren zu können. "Wir machen Langzeit-Wetten und treffen langfristige Entscheidungen", so Besbris – und das werde man auch in Sachen Social Networking so halten.

(Dorothee Monreal)

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