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GoDaddy: Mit sexy Clips an die Börse

US-Hoster GoDaddy bereitet sich auf den Börsengang vor. Die boomende Firma fiel international vor allem durch zweideutige Werbespots auf.

18.05.2006, 15:35 Uhr
Internet© Gina Sanders / Fotolia.com

Bereits im April wurde über einen Börsengang des Big Players spekuliert, doch nun ist es amtlich: Mit der Vorbereitung von IPO-Unterlagen outete sich GoDaddy - und verweist bei weiteren Fragen an seine Bank.
Go IPO
Am Freitag gab der US-Hoster bekannt, dass er Unterlagen für ein IPO ("Initial Public Offering" - der Börsengang eines Unternehmens)zur Abgabe bei der Securities and Exchange Commission (SEC) vorbereitet werden. GoDaddy ist mit über neun Millionen verwalteter Domains ein dicker Brocken im Hosting- und Domaingeschäft. Das Volumen der Aktion wird in Branchenkreisen auf bis zu eine Milliarde US-Dollar geschätzt. Der Börsengang wird von der Investmentbank Lehman Bros. betreut.
Wie viel Aktien zu welchem Preis ausgegeben werden sollen steht noch nicht fest. Sobald ein Angebot fertig gestellt ist, wird es bei Lehman Bros. erhältlich sein. Mit dem Börsengang könnte GoDaddy geschätzte 250 Millionen US-Dollar erlösen. Doch bisher ist völlig offen, ob die Aktie als Anlage taugt. Zwar wächst das Unternehmen vor allem aufgrund massiver Werbung und eines heftigen Preiskrieges sehr schnell, doch für den Börsengang müssen Geschäftskonzept und Zukunftsfähigkeit dargelegt werden. Dies dürfte aufgrund der Seltenheit eines Börsenganges in dieser Branche - und in dieser Größenordnung - noch interessant werden.
Malheur mit dem knappen Top
Bekannt wurde GoDaddy vor allem durch einen Werbespot während des Football-Finales (Super Bowls) im vergangenen Jahr, in dem die leicht bekleidete Nikki Cappelli die Zensur im US-Fernsehen parodierte. Sie zwang einen angejahrten Ausschussvorsitzenden aufgrund ihrer Freizügigkeit zum rettenden Griff nach der Sauerstoffmaske. Wer den Werbespot verpasst hat, kann ihn sowohl in der US-TV- als auch in einer längeren und unzensierten Webversion auf der Website von GoDaddy anschauen.
Das Marketingschema ging auch weiterhin auf: für den diesjährigen Super Bowl brauchte GoDaddy ganze 14 Anläufe, um das aktuelle Werbevideo genehmigt zu bekommen. Das öffentliche Interesse war dem Spot (und der Firma) damit sicher.

(Stephan Humer)

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