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GMX und Web.de kündigen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung an, schweigen zu Details

Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa kündigte Jan Oetjen, Geschäftsführer von GMX und web.de, die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung an. Die Umsetzung sei bis Ende 2015 geplant. Details wurden in dem Bericht aber nicht genannt.

12.01.2015, 14:01 Uhr
Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Datensicherheit besteht nicht darin, dass ein Anbieter diese verspricht. Der Kunde muss entweder blind vertrauen oder sich auf unabhängige Experten verlassen, die diese unter die Lupe genommen haben. Die E-Mail-Provider GMX und web.de haben nun eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung angekündigt, die konkrete Ausgestaltung jedoch im Dunkeln gelassen.

Details werden nicht genannt

Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa kündigte Jan Oetjen, Geschäftsführer von GMX und web.de, die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der E-Mails an. Die Umsetzung sei bis Ende 2015 geplant. Details wurden in dem Bericht aber nicht genannt - auch nicht auf unsere konkrete Nachfrage durch die Pressestelle. Dort heißt es lediglich: "Unsere Techniker arbeiten an der Umsetzung einer entsprechenden Lösung."

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bedeutet, dass die E-Mails auf dem Gerät des Absenders ver- und auf dem Gerät des Empfängers wieder entschlüsselt werden. Keiner der beiden Provider, keine Zwischenstation auf dem Transportweg und somit auch kein Geheimdienst kann den Inhalt dann mitlesen.

Nur für die eigenen Kunden?

Per PGP ist das bereits jetzt schon möglich. Doch die Einrichtung ist aufwändig. Deshalb wird längst schon nach einer Alternative gesucht - wie zum Beispiel Dark Mail. Die Verschlüsselung setzt dort allerdings nicht mehr auf dem alten E-Mail-Standard auf, sondern schafft einen neuen. Entsprechend müssten alle E-Mail-Provider beide Standards parallel anbieten.

Was GMX und web.de planen, ist dagegen noch nicht bekannt. Das betrifft die technischen Details, zum Beispiel welcher Verschlüsselungsalgorithmus zum Einsatz kommt. Die E-Mail-Provider haben auch noch nicht verraten, ob die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nur von den eigenen Kunden genutzt werden kann oder vielleicht sogar von allen Kunden der Initiative "E-Mail Made in Germany".

"Es wird eine große Herausforderung sein, Dienste mit einer einfachen Nutzung dafür anzubieten", so Oetjen gegenüber der dpa. Ob das eine Anleitung für die Konfiguration des Mail-Programms sein wird oder die zwangsweise Nutzung einer GMX- oder web.de-App - das alles bleibt der Überraschung überlassen.

(Peter Giesecke)

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