Bis 2025 beste digitale Infrastruktur der Welt?

Gigabit-Netze: Gabriel fordert mehr Tempo beim Glasfaserausbau

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel drängt auf einen schnelleren Glasfaserausbau in Deutschland. Gegenüber dem "Handelsblatt" erklärte er, dass hierzulande bis spätestens 2025 Gigabit-Netze geschaffen werden sollten. Gabriel will für den Ausbau einen milliardenschweren Fonds anzapfen.

Jörg Schamberg, 24.04.2016, 09:59 Uhr (Quelle: DPA)
Glasfaser Anschluss© Silvano Rebai / Fotolia.com

Berlin - Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat inmitten der anziehenden Diskussion über den richtigen Weg zu schnelleren Internet-Anschlüssen in Deutschland einen zügigen Glasfaser-Ausbau gefordert. "Unser Ziel muss es sein, spätestens 2025 mit Gigabitnetzen die beste digitale Infrastruktur der Welt zu haben", sagte er dem "Handelsblatt" von Montag.

Glasfaserausbau mit Milliardenmitteln aus europäischem Investitionsfond?

Gabriel will für den Glasfaserausbau Mittel aus dem über 300 Milliarden Euro schweren Europäischen Fonds für strategische Investitionen, dem sogenannten "Juncker-Fonds", einsetzen. "Wir sollten aufhören, die Mittel aus dem Juncker-Fonds für Kleinkram auszugeben. Wir brauchen ein ehrgeiziges Großprojekt zur Förderung der Wettbewerbsfähigkeit Europas", sagte Gabriel.

Der Bundeswirtschaftsminister machte die Dimensionen deutlich und setzte den Glasfaserausbau in eine Reihe mit dem Ausbau der Schienennetze und Flughäfen vor 100 bzw. 50 Jahren. In Deutschland hatte die Bundesnetzagentur vor kurzem den Plan gebilligt, für Millionen Haushalte schnelleres Internet zunächst mit Hilfe der sogenannten Vectoring-Technologie im vorhandenen Netz aus Kupferleitungen zu ermöglichen.

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) sein wird, warnen Wettbewerber des Konzerns vor einer "Remonopolisierung". Zudem kritisieren sie, Vectoring entziehe einen Glasfaser-Ausbau die wirtschaftliche Grundlage. Vor wenigen Tagen riefen 25 Verbände die EU-Kommission auf, die Vectoring-Pläne zu stoppen. Die Telekom kontert, auch beim Vectoring würden Glasfaser-Leitungen bis zu den Kabelverzweigern verlegt.

Gabriel für Lockerung der Wettbewerbs-Regeln: "Europäische Champions zulassen"

Gabriel sprach sich zugleich für eine Lockerung der Wettbewerbs-Maßstäbe in der Branche aus. "Wir müssen europäische Champions zulassen", sagte er der Zeitung. "Unser Problem besteht doch nicht darin, dass wir zu große europäische Player haben, sondern dass die Internet-Giganten aus den USA uns immer mehr in ihre Abhängigkeit zwingen." Die EU-Regulierer achten nach wie vor auch auf die Zahl der Netzbetreiber in einzelnen Ländern, während die Branche sich eine Betrachtung auf europäischen Ebene wünscht.

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