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Gfu: HD kommt, aber kaum einer kann es sehen

Seit Markteinführung wurden bis September 2009 knapp 900.000 HDTV-Boxen in Deutschland verkauft, davon 726.000 für Satelliten- und 162.000 für Kabelempfang.

30.10.2009, 16:10 Uhr
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Das digitale Fernsehen erfreut sich weiterhin zunehmender Beliebtheit und sorgt trotz schwierigen wirtschaftlichen Zeiten für steigende Absatz- und Umsatzzahlen bei der Elektroindustrie. Zudem erwartet die Branche einen zusätzlichen Schub für die Digitalisierung durch die Verbreitung von Fernsehsendern in High-Definition (HDTV). Die Nachfrage steigt zwar an, boomt aber noch lange nicht.
Mehr Nachfrage durch HD+
Nach Angaben der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) steigt die Nachfrage an digitalen Set-Top-Boxen und TV-Geräten mit integriertem digitalen Empfangsteil deutlich. So seien beispielsweise von Januar bis September dieses Jahres knapp 2,4 Millionen digitale Receiver verkauft worden, was einem Umsatzplus von zehn Prozent auf rund 245 Millionen Euro entspricht.
Eine weitere Nachfragesteigerung bei HDTV-Empfangsgeräten erwartet die gfu durch den Start von HD+ in diesem November und den HD-Regelbetrieb der öffentlich-rechtlichen Programme zu den Olympischen Winterspielen 2010. Kamen Anfang dieses Jahres auf einen verkauften HD-Receiver noch fünf Standard-TV-Boxen, lag das Verhältnis im August schon bei eins zu drei. Seit Markteinführung wurden bis September 2009 knapp 900.000 HDTV-Boxen in Deutschland verkauft, davon 726.000 für Satelliten- und 162.000 für Kabelempfang. Allein in diesem Jahr seien 400.000 Geräte über die Ladentheken gegangen.
Digitalisierung unterschiedlich weit fortgeschritten
Ebenfalls erfolgreich verkauften sich Fernsehgeräte mit integriertem HDTV-Tuner. 1,55 Millionen Exemplare sollen mittlerweile in deutschen Wohnzimmern gelandet sein. Wegen des steigenden Programmangebots erwartet die gfu, dass bis Ende des Jahres neben 19 Millionen HD-fähigen TV-Geräten auch rund 4,7 Millionen HDTV-Empfänger verkauft sein werden.
In Bezug auf den Fortschritt bei der Digitalisierung zeige sich in Deutschland derweil ein sehr unterschiedliches Bild. Während der Empfang über Antenne durch DVB-T bereits komplett digitalisiert sei, seien es beim Kabel erst 31 Prozent. Dem stünden rund 72 Prozent der Satelliten-Haushalte gegenüber, die ihr Fernsehprogramm digital empfingen. ARD und ZDF haben bereits angekündigt, die Analogausstrahlung über Satellit zum 30. April 2012 abschalten zu wollen.

(Michael Posdziech)

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