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Gewinn der Telekom bricht um 76 Prozent ein

Aufgrund von Wertminderungen auf Firmenwerte in Großbritannien und Südosteuropa ist der Konzernüberschuss im Jahr 2009 deutlich eingebrochen. Der Umsatz konnte aber gesteigert werden.

25.02.2010, 11:11 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Weiter hohe Kundenverluste im Festnetz und ein abflauendes DSL-Neukundengeschäft haben der Deutschen Telekom im Jahr 2009 die Arbeit nicht gerade einfach gemacht. Aber auch finanziell entwickelte sich das abgeschlossene Geschäftsjahr nicht so erfreulich wie erhofft. Insbesondere aufgrund von Wertminderungen auf Firmenwerte in Großbritannien und Südosteuropa brach der Konzernüberschuss um 76 Prozent auf 353 Millionen Euro ein. Das geht aus dem am Donnerstag in Bonn vorgestellten Geschäftsbericht hervor.

Telekom setzt mehr Geld um

Trotzdem zeigt sich die Unternehmensführung um Konzernchef René Obermann zufrieden. Der Umsatz kletterte um knapp 5 Prozent auf 64,60 Milliarden Euro, wovon 28,03 Milliarden Euro in Deutschland umgesetzt wurden (- 3 Prozent). Der bereinigte Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) legte um gut 6 Prozent auf 20,67 Milliarden Euro zu. Davon steuerte das Deutschland-Geschäft 9,61 Milliarden Euro bei. Ein Jahr zuvor waren es hierzulande noch 9,76 Milliarden Euro.

Das vierte Quartal war gekennzeichnet durch einen leichten Umsatzanstieg auf 16,20 Milliarden Euro - aufgeteilt auf 7,07 Milliarden Euro aus dem Inlands- und 9,13 Milliarden Euro aus dem Auslandsgeschäft. Das bereinigte EBITDA kletterte zwar im Jahresvergleich um fast 9 Prozent auf 5,07 Milliarden Euro, aufgrund der Wertminderungen auf Firmenwerte musste aber ein Verlust von 3 Millionen Euro verzeichnet werden.

2010 wird ein schwieriges Jahr

"Nach einem holprigen Start haben wir das Jahr 2009 mit guten Ergebnissen abgeschlossen", sagte Obermann. Ein wichtiger Baustein für das Bestehen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sei die Kostendisziplin gewesen. Man habe nicht zu Lasten der Zukunft gespart, sondern weiter stark investiert: insgesamt 9,2 Milliarden Euro. "Ich stelle fest, dass wir auf einem guten Weg sind", sagte der Telekom-Chef. Gleichzeitig mahnte er aber auch: "2010 wird nicht leicht werden."

Außerdem wurde bekannt, dass das Telekom-Sparprogramm "Save for Service" seit dem Start im Jahr 2006 Einsparungen in Höhe von 5,9 Milliarden Euro eingebracht hat - mehr als ursprünglich anvisiert. Bis 2012 ist eine Fortführung angedacht, durch die weitere 4,2 Milliarden Euro eingespart werden sollen. Das soll helfen, um zum Beispiel geringere Roaming-Umsätze, abgesenkte Terminierungsentgelte und Belastungen aus Wechselkursveränderungen aufzufangen. Letztere machten sich zuletzt vor allem in Großbritannien und Polen negativ bemerkbar. Anders als in den Jahren zuvor sollen die Kürzungen diesmal auch die ausländischen Telekom-Gesellschaften betreffen. Wie viele Arbeitsplätze von diesen Sparmaßnahmen betroffen sein werden, wurde nicht näher erläutert.

(Hayo Lücke)

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