Strahlenbelastung

Gesundheitsrisiko 5G: Kritiker fordern Aussetzung der Frequenzauktion

Die Gesundheitsrisiken durch 5G für Menschen sind aus Sicht von Kritikern noch nicht endgültig geklärt. Daher wird etwa in Berlin der Ruf nach einem Abbruch eines 5G-Projekts der Telekom lauter. Eine Initiative fordert einen Aufschub der 5G-Auktion.

Sendemast© VRD / Fotolia.com

Berlin/Stuttgart – Mit dem Start der 5G-Frequenzauktion ab dem 19. März 2019 wird die technische Grundlage für den kommenden Mobilfunkstand in Deutschland gelegt. Dank 5G sollen sich unterwegs unter anderem höhere Surfgeschwindigkeiten nutzen lassen. Doch es gibt auch Kritik an 5G. In Berlin warnen beispielsweise Wissenschaftler und Anwohner laut Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) vor dem Gesundheitsrisiko eines 5G-Experiments der Deutschen Telekom (Handytarife der Telekom) in den Stadtteilen Schöneberg und Mitte. Die Kritiker fordern den sofortigen Abbruch des 5G-Tests. Eine Stuttgarter Verbraucherschutz-Initiative verlangt gar eine Aussetzung der 5G-Frequenzversteigerung.

Berliner Mediziner: Einführung von 5G ist verantwortungslos

Zwischen Schöneberg und Berlin-Mitte habe die Telekom vor Monaten 70 neue Mobilfunk-Antennen installiert. Anwohner bemängeln fehlende Information durch den Mobilfunknetzbetreiber. Es sei bisher nicht untersucht worden, welche Auswirkungen die 5G-Strahlen auf Menschen haben. Laut Bericht des rbb-Verbrauchermagazins SUPER.MARKT, der am 18. März um 20.15 Uhr im TV gezeigt wird, fordern rund 400 Wissenschaftler aus dem In- und Ausland einen Stopp des 5G-Ausbaus wegen möglicher gesundheitlicher Schäden.

Auch der Berliner Biochemiker und Mediziner Professor Franz Adlkofer fürchtet gesundheitliche Risiken. Gegenüber dem rbb erklärt er mit Bezug auf neueste Studien: "Was Industrie und Politik sich gegenwärtig mit der Einführung von 5G erlauben, ist Hasardieren in höchstem Maße und absolut verantwortungslos." Bereits 2004 habe Adlkofer im Auftrag der EU geforscht. "Die Mobilfunkstrahlung ist mit hoher Wahrscheinlichkeit gesundheitsschädlich. Sie verursacht nicht nur Krebs, sondern viele, viele andere Wirkungen darüber hinaus."

Bundesamt für Strahlenschutz sieht keinen Handlungsbedarf

Doch die Gefahr durch Mobilfunkstrahlung ist unter Wissenschaftlern umstritten. So beruft sich denn auch das Bundesamt für Strahlenschutz auf andere Studien, die keine Risiken feststellen konnten. Die Behörde sehe laut rbb keinen Handlungsbedarf. Man müsse die Risiken von 5G zwar erforschen – doch erst nach dem Ausbau der 5G-Netze. "Wie sich der neue Antennentyp auf die Exposition der Bevölkerung auswirkt, das werden wir auch in Forschungsvorhaben begleiten und beobachten", so Dr. Gunde Ziegelberger vom Bundesamt für Strahlenschutz. Anwohner in Berlin drängen den Berliner Senat zu einer umfassenden Aufklärung, so dass eventuell ein Volksbegehren gestartet werden könne.

Forderung nach Aussetzung der 5G-Auktion

Kritik gibt es auch in anderen Städten. Die Stuttgarter Verbraucherschutz-Organisation diagnose:funk forderte am Montag eine Aussetzung der 5G-Frequenzauktion, bis eine Technikfolgenabschätzung für 5G-Frequenzen vorliege. "5G ist ein Feldversuch auf Kosten der Gesundheit der gesamten Bevölkerung. Mobilfunkstrahlung ist von der WHO als möglicherweise krebserregend eingruppiert, wie Dieselabgase und das Insektizid DDT. Wie kann es da sein, dass die Bundesregierung und das Bundesamt für Strahlenschutz jetzt noch bereit sind, die Strahlenbelastung weiter zu erhöhen? Wir fordern ein 5G-Moratorium!", so Jörn Gutbier, Vorsitzender von diagnose:funk. 98 Prozent aller Haushalte sollen mit 5G-Mobilfunkstrahlung versorgt werden. Die Politik müsse die Strahlenbelastung für die Bevölkerung minimieren.

"Die wichtigsten Maßnahmen dazu sind: Nationales Roaming, also ein Mobilfunknetz für alle, wie bei Wasser und Strom, sowie getrennte Innen- und Außenversorgung für (mobile) Kommunikation. Damit kann die Strahlenbelastung der Bürger massiv gesenkt werden, ohne dass die Kommunikationsqualität eingeschränkt wird", so Gutbier weiter. Im Internet findet sich ein Appell von internationalen Wissenschaftlern, die einen Stopp des Risiko 5G fordern.

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Jörg Schamberg

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