Optimistisch

Geschäft brummt: Telekom hebt Prognose an

Die Telekom hebt ihre Jahres-Prognose an, vor allem dank des brummenden Geschäfts in den USA. Interessante Zahlen: Die LTE-Abdeckung in Deutschland liegt mittlerweile bei 93 Prozent und über drei Millionen Kunden nutzen Entertain.

Melanie Zecher, 03.08.2017, 10:30 Uhr (Quelle: DPA)
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Bonn – Die Deutsche Telekom traut sich dank des brummenden US-Mobilfunkgeschäfts auf Jahressicht etwas mehr operativen Gewinn zu. Die Prognose für das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) hoben die Bonner leicht auf 22,3 Milliarden an, wie das Dax-Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Bisher standen 100 Millionen Euro weniger im Plan. Zu dem Optimismus trägt sowohl das weiter kräftige Wachstum in den USA bei als auch das stabile Abschneiden im zweiten Quartal in Deutschland und Europa.

Zahlen, Zahlen, Zahlen

Der Gesamtumsatz betrug zwischen April und Ende Juni 18,9 Milliarden Euro, ein Plus von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das bereinigte operative Ergebnis kletterte um 8,9 Prozent auf 5,94 Milliarden Euro, das war mehr als von Analysten erwartet. Unter dem Strich blieb mit 874 Millionen Euro gut 40 Prozent mehr Gewinn übrig. Ohne den Einfluss von Sonderfaktoren wie Kosten für den Personalabbau im Vorjahr sowie einer weiteren Abschreibung auf die Aktien der britischen BT Group in diesem Jahr wäre der Konzernüberschuss um 13 Prozent geklettert, hieß es.

Netzausbau und Kundenzuwachs

Die Investitionen in den Netzausbau stiegen laut Telekom um 17 Prozent auf mehr als zwei Milliarden Euro. Die Zahl der Kundenhaushalte, die direkt über schnelle Glasfaseranschlüsse (FTTH und FTTC/Vectoring) ans Netz angebunden sind, stieg im Berichtsquartal um 622.000 auf 8,2 Millionen. Zum Vergleich: Im zweiten Quartal 2016 hatte die Steigerung bei knapp 580.000 gelegen.

Bündelprodukte aus Festnetz und Mobilfunk (MagentaEINS) bezogen im zweiten Quartal fast 3,4 Millionen Kunden. Im Jahresvergleich entspricht das einem Zuwachs von mehr als 900.000 Kunden. Die Zahl der Entertain-Kunden überschritt die Drei-Millionen-Grenze – ein Plus von fast neun Prozent.

Im deutschen Mobilfunkmarkt verzeichnete die Telekom im zweiten Quartal ein Wachstum bei den Serviceumsätzen. Diese stieg um 0,8 Prozent. 228.000 neue Vertragskunden unter eigenen Marken vergrößerten außerdem die Kundenzahl.

Das per Mobilfunk genutzte Datenvolumen stieg im Vergleich zum ersten Quartal 2017 erneut um mehr als zehn Prozent. Im Vorjahresvergleich beträgt die Steigerung 61 Prozent. Ende Juni 2017 lag außerdem die LTE-Abdeckung bei über 93 Prozent.

Lebhaftes US-Geschäft

Wegen der hohen Ausgaben für US-Mobilfunklizenzen in Höhe von rund acht8 Milliarden Dollar stiegen die Nettofinanzschulden der Bonner von 50 Milliarden Euro Ende 2016 auf zirka 55 Milliarden Ende Juni. Vor Zahlung von Dividenden und Ausgaben für Frequenzen ging der freie Bargeldzufluss um 1,4 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro zurück - hier hatten Analysten mit mehr gerechnet. Unter anderem fielen für die Umstellung der Finanzierungsstruktur in den USA Vorfälligkeitsentschädigungen an, sagte ein Sprecher. Die Prognose für den sogenannten Free Cashflow behielt der Konzern bei, im ersten Quartal war der Wert stark gestiegen.

Die US-Amerikaner unter der Leitung des Managers John Legere hatten ihre Zahlen bereits vor Wochen vorgelegt - und wie so oft in der jüngeren Vergangenheit prägte das Plus bei Umsatz, Ergebnis und Gewinn maßgeblich auch das Zahlenwerk des ehemaligen deutschen Staatsmonopolisten. T-Mobile US hatte sowohl die eigene Kundenprognose als auch den Ausblick für den operativen Gewinn in die Höhe geschraubt. Die US-Sparte ist mittlerweile der deutlich größte Konzernteil mit einem Umsatzanteil von fast der Hälfte. Mehr als zwei Drittel des Erlöses erwirtschaftet die Telekom im Ausland.

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