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Gerpott: Deutschland steht bei Gigabit-Internet nicht so schlecht da

Wie sieht die Verfügbarkeit von Highspeed-Internet hierzulande aus? Nach Ansicht des Branchenexperten Professor Gerpott komme es auf die jeweilige Studie an. Schaue man nicht nur auf FTTH/B, so gebe es etwa viele schnelle Kabelanschlüsse.

ANGA COM 2019 UnitymediaProfessor Gerpott (li.) sieht beim deutschen Gigabit-Ausbau nicht ganz so schwarz.© i12 GmbH

Köln – Am Donnerstag hatte der Branchenverband VATM erstmals Zahlen zur Gigabit-Verfügbarkeit veröffentlicht. 15,2 Millionen der bundesweit über 41 Millionen Haushalte können demnach bei Bedarf gigabitfähige Anschlüsse buchen. Allerdings werden bislang nur 3,7 Millionen solcher Highspeed-Anschlüsse auch aktiv genutzt. Der Status des deutschen Glasfaser- und Gigabit-Ausbaus war auch Thema am Messestand des Kabelnetzbetreibers Unitymedia (Angebote von Unitymedia) Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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. Unter anderem äußerte sich dort im Rahmen einer Diskussionsrunde der Breitband-Experte Professor Torsten J. Gerpott von der Uni Duisburg zu den Anschlusszahlen.

DOCSIS 3.1 ist massiv ausgebaut worden

"Es ist modern, Deutschland-Bashing zu betreiben", antwortete Professor Gerpott auf die Frage, ob Deutschland laut diversen Studien wirklich so schlecht abschneide im Hinblick auf Highspeed-Internet. Es komme aber immer darauf an, wie man die Studien anlege. Das Glas sei halb leer, wenn man nur FTTH/B betrachte. Der Übertragungsstandard DOCSIS 3.1 für die Kabelnetze sei in den vergangenen Jahren jedoch massiv ausgebaut worden, rund 11,2 Millionen Kabelanschlüsse seien fit für Gigabit-Internet. Nimmt man zudem noch VDSL und Super-Vectoring mit bis zu 250 Mbit/s hinzu, sei man international nicht so schlecht aufgestellt. Es würden aber vorrangig Neukunden Gigabit-Anschlüsse buchen, Bestandskunden nutzen vielfach noch Bandbreiten von unter 50 Mbit/s. Deutschland sei aber auf einem guten Weg, so der Experte.

Deutschland will alles immer genau regeln

Bei den reinen FTTH/B-Zahlen liege die Bundesrepublik aber in der Tat noch weit hinten. Fasst man die Anschlüsse weiter, so liege man knapp über dem Mittelfeld. In anderen Ländern habe es aber auch meist eine andere Ausgangssituation sowie eine andere Regulierung gegeben. Spanien beispielsweise habe direkt auf Glasfaser gesetzt, die Baugenehmigungsverfahren werden zudem lockerer gehandhabt. Das sei eines der Probleme in Deutschland: "Wir wollen immer alles sehr schnell, andererseits aber alles genau geregelt haben", so Gerpott. Man müsse daher hierzulande auch an den regulativen Bereich heran. So müsse geschaut werden, ob man nicht das Telekommunikationsgesetz ändern müsse.

Kooperationen sind kein Allheilmittel

Beim wachsenden Trend in der Branche zu Kooperationen gibt Gerpott zu bedenken, dass Kooperationen kein Allheilmittel seien. "Man teilt sich nicht nur die Kosten, sondern auch die Umsätze". Es werde aber keine Verdoppelung der Kundenzahlen erreicht.

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Jörg Schamberg

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