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"Germany's Gold": Video-Portal von ARD und ZDF scheitert vor dem Start

Mit "Germany's Gold" wollten ARD und ZDF auf die Fernsehnutzung in Internet-Zeiten reagieren. Doch das "Video on Demand"-Projekt wird eingestellt - noch bevor es online gehen konnte.

16.09.2013, 14:36 Uhr (Quelle: DPA)
Internetnutzung© adam36 / Fotolia.com

Die von ARD und ZDF geplante Online-Plattform für Filme, Serien und Dokumentationen geht nicht an den Start. Die seit November 2011 laufende Überprüfung des Projekts durch das Bundeskartellamt habe ergeben, dass sich das Vorhaben für "Video on Demand" (VoD) in der geplanten Form nicht umsetzen lasse, teilten der WDR und das ZDF am Montag mit. Alternative Modelle, die den Bedingungen des Kartellamts entsprächen, hätten keine wirtschaftlichen Chancen.

Bedenken des Bundeskartellamtes

Über "Germany's Gold" wollten die öffentlich-rechtlichen Sender deutsche TV- und Filmproduktionen der vergangenen 60 Jahre auf Abruf anbieten. Neben ARD und ZDF waren an dem Projekt private Produktionsfirmen und Rechteinhaber wie Bavaria, Brainpool, Beta Film, MME Moviement und Zieglerfilm beteiligt.

Bereits im März hatte das Bundeskartellamt Bedenken gegenüber "Germany's Gold" geäußert. Das digitale Angebot hätte in der bisherigen Planung zur Folge, dass die Preise und Auswahl der Videos miteinander koordiniert würden, erklärte die Behörde damals. Die Mediathek und die Produktion der Inhalte wären gebührenfinanziert und könnten schon deswegen eine Verfälschung des Wettbewerbs auf dem Video-On-Demand-Markt auslösen, hieß es weiter. Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, blieb auch am Montag bei dieser Einschätzung. ARD und ZDF hätten kein kartellrechtskonformes Konzept vorlegen können. Pläne der Sender zu Absprachen über Preise und bestimmte Exklusivitätsvereinbarungen habe man nicht akzeptieren können, so Mundt.

Klarheit über Medienpolitik gefordert

In Zeiten veränderter Mediennutzung und einer Fragmentierung des Angebots wäre ein Portal wichtig gewesen, das Filme, Dokus und Serien auch jenseits der klassischen TV-Ausstrahlung zugänglich macht, erklärten demgegenüber die Partner von "Germany's Gold". Der Privatrundfunk-Verband VPRT forderte zudem Klarheit über die Medienpolitik. "Nun sind wir ja üblicherweise nicht im Verdacht, Projekte wie "Germany's Gold" zu unterstützen", erklärte der VPRT-Vorstandsvorsitzender Tobias Schmid. Nun sei aber noch ein Zukunftsprojekt am Wettbewerbsrecht gescheitert. Es stelle sich deswegen die Frage, ob der rechtliche Rahmen zur aktuellen Transformationsphase der Medien passt, erklärte Schmid.

Das Kartellamt hatte ein ähnliches Projekt von RTL und der ProSieben-Gruppe mit der Begründung gekippt, die beiden Konzerne beherrschten bereits den TV-Werbemarkt in Deutschland.

(Christian Wolf)

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