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Gericht: Verunglimpfung im Internet nicht erlaubt

Es betrifft mehr und mehr Berufsgruppen: Nach Lehrern und Ärzten wehrt sich auch ein Rechtsanwalt gegen verletzende Äußerungen im Internet - mit Erfolg.

02.07.2009, 08:01 Uhr (Quelle: DPA)
Welt© Julien Eichinger / Fotolia.com

Ein Rechtsanwalt muss sich im Internet nicht mit Schmähkritik oder verletzender Satire überziehen lassen. Das hat das Landgericht Frankfurt in einem am Dienstag bekanntgewordenen Urteil entschieden.
Verunglimpfung als "Abzocker"
Das Gericht gab damit der Klage eines Anwaltes statt und verbot es einem Verein namens "Nicht-Abzocken e.V.", den Juristen weiterhin auf seiner Internetseite zu verunglimpfen (AZ 2-03 O 172/09). Der beklagte Verein hatte den Rechtsanwalt im Zusammenhang mit einem als Satire gemeinten Artikel über "Abzocker" auf seiner Website in der Weise abgebildet, dass er trotz eines Balkens im Gesicht zumindest für den engeren Bekanntenkreis erkennbar war. Der Verein berief sich auf die Meinungs- und Kunstfreiheit und verwies darauf, dass ein Rechtsanwalt eine "Person der Zeitgeschichte" sei, die eine solche Kritik zu dulden habe.
Dem widersprach jedoch die Zivilkammer. Ein Rechtsanwalt sei nicht Person der Zeitgeschichte und habe deshalb ein Recht darauf, vor der Veröffentlichung eines Fotos von ihm um Erlaubnis gebeten zu werden. Ausdrücklich stellten die Richter das Persönlichkeitsrecht des Rechtsanwaltes über das Recht auf freie Meinungsäußerung des Vereins. Dies gelte umso mehr, als dass die Schmähung und Missachtung des Anwaltes eindeutig im Mittelpunkt der Berichterstattung gestanden habe.

(Christian Wolf)

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