News

Gericht: eDonkey-Server muss vom Netz

Das Landgericht Hamburg hat in einer heute zugestellten einstweiligen Verfügung den Anbieter eines eDonkey-Servers dazu verurteilt, seinen Rechner vom Netz zu nehmen.

13.07.2007, 16:15 Uhr
Internet© Daniel Fleck / Fotolia.com

Das Landgericht Hamburg hat in einer heute zugestellten einstweiligen Verfügung den Anbieter eines eDonkey-Servers dazu verurteilt, seinen Rechner vom Netz zu nehmen. Der Rechner darf so lange nicht mehr mit dem Internet verbunden werden, wie dort illegale Musikdateien zum Download angeboten werden (Az. 308 O 273/07). Geklagt hatten die Deutschen Phonoverbände, die im gleichen Atemzug ankündigten, weiter rigoros gegen illegale Anbieter urheberrechtlich geschützter Werke vorzugehen.
Schaden durch Tauschbörsen
Auf den Betroffenen kommen nun Gerichts- und Anwaltskosten in Höhe von rund 5.000 Euro zu. Bietet der Angeklagte weiter geschützte Dateien illegal im Internet zum Download an, so drohen ihm ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro oder Ordnungshaft von bis zu sechs Monaten. Die Musikindustrie sieht durch die illegalen Downloads vor allem ihre Gelder davon schwimmen: Allein im vergangenen Jahr luden Internetnutzer in Deutschland 374 Millionen Songs in Tauschbörsen herunter.
Das sind rund 14 Mal so viele Musikstücke, wie im gleichen Zeitraum über legale Online-Plattformen wie iTunes gekauft wurden. Der Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft schätzt den entstandenen Schaden auf insgesamt sechs Milliarden Euro. Das Funktionsprinzip von Tauschbörsen basiert auf einer weltweiten Vernetzung der Nutzer über zentrale Server-Knotenpunkte. Auf den Rechnern sind entweder die Dateien selbst oder die Informationen gespeichert, wo eine gesuchte Datei zu finden ist.
Die Deutschen Phonoverbände setzen sich zusammen aus dem Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft, der Deutsche Landesgruppe der IFPI und der Deutsche Phono-Akademie. Sie sind nach eigenen Angaben die Interessenvertretung der deutschen Musikindustrie. Zu ihren Mitgliedern zählen rund 350 Labels, die mehr als 90 Prozent des deutschen Musikmarktes repräsentieren.

(Denise Bergfeld)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang