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Georg Kofler kündigt bei Premiere

Der Chef des erfolgreichsten deutschen Pay-TV-Senders bricht auf zu neuen Ufern. Schon ab September will er nicht mehr Premiere-Chef sein, sondern als führender Gesellschafter eine neue Unternehmensgruppe außerhalb der Medienbranche aufbauen.

13.08.2007, 09:27 Uhr
Datenverkehr© Julien Eichinger / Fotolia.com

Erst vor wenigen Wochen konnte Georg Kofler einen richtungweisenden Vertragsabschluss verkünden. Er sicherte dem Bezahlsender Premiere als Unternehmenschef eine Sublizenz des Konkurrenten arena und holte die Livespiele der Fußball Bundesliga "zurück nach Hause", wie es in den Premiere-Werbespots heißt. Möglicherweise zieht es den gebürtigen Österreicher jetzt selbst nach Hause. Überraschend kündigte er heute seinen Rücktritt als Premiere-Boss an. Schon im September übernimmt sein Stellvertreter, der bisherige Finanzchef Michael Börnicke, Koflers Posten.
Auf zu neuen Ufern
"Nach dem erfolgreichen Vertragsabschluss mit arena beginnt für Premiere eine neue Entwicklungsphase", sagte Kofler in einer ersten Stellungnahme. "In den kommenden Monaten werden wichtige Rechtepakete auf den Markt kommen. Es geht um Vertragslaufzeiten bis 2012 oder länger, entsprechend langfristig sind strategische Weichenstellungen und operative Geschäftspläne zu entwickeln. Ich habe für mich die Entscheidung getroffen, dass ich für einen solchen Zeithorizont nicht mehr für die Vorstandsarbeit bei Premiere zur Verfügung stehe", so der Premiere-Boss weiter.
Offiziell heißt es weiter, dass Koflers Entscheidungen ausschließlich auf Überlegungen zu seiner persönlichen Lebensplanung beruhen. "Seit 25 Jahren beschäftige ich mich mit dem Medium Fernsehen in all seinen Ausprägungen. Seit 19 Jahren bin ich ohne Unterbrechung als Geschäftsführer, Vorstandsvorsitzender und Gesellschafter privater Fernsehunternehmen tätig. Jetzt ist die Zeit für einen Themenwechsel gekommen. Ich beabsichtige, als führender Gesellschafter eine Unternehmensgruppe aufzubauen, die sich in ausgewählten Wachstumsmärkten positioniert, allerdings nicht in der Medienbranche", so Kofler weiter.
Aktien verkauft
Vergangene Woche hat sich Kofler von 1,227 Millionen Premiere-Aktien getrennt, die noch in seinem Besitz waren. Das entspricht 1,25 Prozent des Grundkapitals der Premiere AG. Bei einem Kurs von 18,60 Euro hat der Verkauf ein Volumen von über 22 Millionen Euro. Die Aktien seien über die Börse veräußert worden, heißt es seitens Premiere.
Nachdem gestern die Vereinbarung zur einvernehmlichen Aufhebung des Dienstvertrags von Kofler unterschrieben wurde, hat Premiere den Posten des Unternehmenschefs sogleich neu besetzt. An die Konzernspitze von Premiere rückt Michael Börnicke, der bisher als Finanzvorstand und stellvertretender Vorstandsvorsitzender beim Münchner Bezahlsender arbeitete. "Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe", so der 46-jährige. "Mehr Exklusivität im Programm, die Steigerung der Abonnentenzahl und des Umsatzes pro Abonnement sind meine vorrangigen Ziele für die kommenden Jahre."

(Hayo Lücke)

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