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Generation Kopf unten: Wie ein siebenjähriges Kind im Nacken

Der regelmäßig gesenkte Kopf beim Blick aufs Smartphone hat Folgen für die Wirbelsäule. Kenneth Hansraj, Chef-Chirurg am New Yorker Klinikum für Wirbelsäulenchirurgie und Rehabilitation, rechnet vor, dass der Kopf eines Erwachsenen, der sonst vier bis sechs Kilogramm wiegt, mit 27 Kilogramm an der Wirbelsäule zieht, indem er im 60-Grad-Winkel nach vorne gebeugt wird.

29.11.2014, 09:01 Uhr
Smartphone© goodluz / Fotolia.com

Wer mit Blick auf das Smartphone durch die Straßen geht und vor einen Laternenpfahl läuft, erkennt diesen Zusammenhang sofort. Bei den Rückenschmerzen, die einen des Nachts plagen, ist dies nicht so offensichtlich. Für einen Beitrag im Fachblatt Surgical Technology International wurde nun nachgemessen, welche Kräfte am gesenkten Kopf ziehen.

Gesenkter Kopf zieht mit 27 Kilogramm

Kenneth Hansraj, Chef-Chirurg am New Yorker Klinikum für Wirbelsäulenchirurgie und Rehabilitation, rechnet darin vor, dass der Kopf eines Erwachsenen, der sonst vier bis sechs Kilogramm wiegt, mit wesentlich höherer Kraft an der Wirbelsäule zieht, indem er nach vorne geneigt wird.

Schon bei einer minimalen Neigung von 15 Grad wirkt demnach eine Kraft von zwölf Kilogramm auf die Hals- und Nackenwirbel, im 30-Grad-Winkel schon 18 Kilogramm, im 45-Grad-Winkel 22 Kilogramm und im 60-Grad-Winkel schließlich 27 Kilogramm. Das sei mehr als das Gewicht eines siebenjährigen Kindes, aber der übliche Winkel für den Blick auf das Smartphone.

Schmerzen im Kopf, Nacken und Rücken

Die erhöhte Belastung durch den gesenkten Blick überdehnt den Halsmuskel und führt nicht nur zu einer dauerhaft vorgebeugten Haltung, sondern auch zu Schmerzen und Verspannungen im Kopf, Nacken und Rücken sowie letztlich auch zu Schäden an den Bandscheiben, die dann operiert werden müssten.

Die Empfehlungen an die Generation Kopf unten sind einfach: Nicht mehr so oft auf das Smartphone schauen. Oder zumindest nicht in dem ungünstigen Winkel. Lieber sollten die Smartphones hochgehalten werden oder die Augen gesenkt, nicht aber der Kopf. Zum Ausgleich sollte der Kopf ständig bewegt werden, um die Muskeln im Nackenbereich zu dehnen.

(Peter Giesecke)

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