Per DNS-Blocking

GEMA lässt Tauschbörse boerse.to für Vodafone- und 1&1-Kunden sperren

Weil sich auf der Online-Tauschbörse boerse.to auch illegale Download-Links zu urheberrechtlich geschützter Musik, Spielen und Software finden, hat die GEMA Vodafone und 1&1 zur Sperrung der Webseite aufgefordert. Vodafone hat widerwillig eingewilligt, 1&1 wehrt sich juristisch.

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München – Die Musik-Urhebergesellschaft GEMA hat eine Sperre der Tauschbörse boerse.to für Vodafone- und 1&1-Kunden durchgesetzt. Wie die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) am Freitag berichtet, können Vodafone-Kunden das Online-Forum, in dem sich auch illegale Download-Links zu Musik, Videospielen oder Software finden, bereits seit 26. März 2019 nicht mehr aufrufen. Zuvor hatte die GEMA bereits 1&1 zur Sperrung der Webseite aufgefordert. Auch die weitere Webseite DDL-Music ist für Kunden der beiden Anbieter nicht mehr erreichbar.

1&1 wehrt sich juristisch gegen Sperraufforderung

Bei Aufruf von boerse.to leite Vodafone die Internetnutzer auf eine Webseite mit dem Hinweis um "Dieses Portal ist aufgrund eines urheberrechtlichen Anspruchs nicht verfügbar". Laut dem Zeitungsbericht seien die Administratoren der beiden Seiten unbekannt. Das Sperren einer Webseite würde in Deutschland nur äußerst selten von Providern durchgeführt. 1&1 kämpft laut "SZ" gerichtlich gegen die Forderung der GEMA.

Betroffen von der Sperrung seien rund 25 Millionen Mobilfunk- und Festnetzkunden. Denn sowohl über den heimischen Internetzugang als auch mobil seien die Seiten boerse.to und DDL-Music über die Netze von Vodafone nicht aufrufbar. Die Sperre gelte auch für andere Anbieter wie 1&1 und Otelo, die ebenfalls auf das Mobilfunknetz von Vodafone zugreifen.

DNS-Blocking zur Sperrung von Webseiten

Gesperrt würden die Seiten mit Hilfe von DNS-Blocking. Dabei werde das Domain Name System bearbeitet, das die IP-Adressen von Webseiten den URLs zuordnet. Im aktuellen Fall habe Vodafone die tatsächliche IP-Adresse der beiden Webseiten im DNS-Verzeichnis überschrieben, so dass sie nicht mehr erreichbar sind für die eigenen Kunden des Providers. Stattdessen werden die Kunden auf eine andere Webseite weitergeleitet.

Telekom- und O2-Kunden können boerse.to weiterhin aufrufen

Die GEMA habe erfolglos versucht, die Betreiber der kritisierten Webseiten zu ermitteln. Nur wenn alle Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme ausgeschöpft sind, dürfe laut Bundesgerichtshof eine Netzsperre verhängt werden. Vodafone sieht eine solche Sperre jedoch kritisch. "Wir sind für die Rechtsverletzung Dritter nicht verantwortlich und können dennoch in Anspruch genommen werden", zitiert die "SZ" eine Vodafone-Sprecherin. Kunden von Telekom und O2 können die fraglichen Webseiten offenbar weiterhin aufrufen, da die GEMA sich noch nicht an die beiden Anbieter mit der Bitte um eine Sperre gewandt habe.

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Jörg Schamberg

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