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GEMA : EU soll Musikverwertung vereinheitlichen

Die deutsche Musik-Verwertungsgesellschaft fordert EU-einheitliche Regeln für die Verwertung von Urheberrechten. Die Musik deutscher Künstler ließe sich dann leichter im Ausland lizenzieren.

25.01.2010, 17:16 Uhr (Quelle: DPA)
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Die deutsche Musik-Verwertungsgesellschaft GEMA fordert europaweit einheitliche Regeln für die Verwaltung von Urheberrechten. "Derzeit passiert vieles unkontrolliert und unabgestimmt. Wenn jemand ein Musikstück in einem anderen Land lizenziert, weiß er häufig nicht, ob er damit gegen nationales oder europäisches Recht verstößt", sagte der GEMA-Vorstandsvorsitzende Harald Heker am Montag auf dem internationalen Branchentreff Midem in Cannes. "Deswegen fordern wir - zusammen mit sieben Partnergesellschaften - von Brüssel eine Vereinheitlichung."
GEMA: Bedingungen unklar
Gerade mit Blick auf das grenzüberschreitende Internet und den Handel mit digitaler Musik werde ein internationales Vorgehen der Verwertungsgesellschaften immer wichtiger. Der GEMA geht es dabei vor allem darum, Musikrepertoire deutscher Künstler im Ausland lizenzieren und dafür Gebühren einstreichen zu können. "Derzeit sind die Bedingungen dafür völlig unklar. Wir wissen nicht genau, was wir dürfen und was wir nicht dürfen", sagte Heker. Von einer europaweit einheitlichen Verfahrensweise profitierten die Musikurheber direkt, da die GEMA höchstwahrscheinlich mehr Geld für sie einnehmen könne. Im Jahr 2008 lagen die Einnahmen bei 823 Millionen Euro, 3,1 Prozent weniger als im Vorjahr.
GEMA als Vorbild für Europa?
Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU), der den deutschen Unternehmen und Verbänden auf der Musikmesse einen Besuch abstattete, nannte die GEMA ein Vorbild für Europa. "Wenn die europäischen Verwertungsgesellschaften nach einem einheitlichen Rechtsrahmen und einer gemeinsamen Vorgehensweise suchen, sollten sie sich die GEMA als Vorbild nehmen", sagte er. "Wir müssen sicherstellen, dass die Kreativen für die Nutzung ihrer Werke ordentlich entlohnt werden", sagte er. Im digitalen Zeitalter sei ein abgestimmtes Vorgehen auf "europäischer, ja globaler" Ebene nötig.
Ein einheitlicher Rechtsrahmen für alle stärke auch die Urheber in ihren Verhandlungen mit großen, weltweit operierenden Internetfirmen. "Es ist sehr, sehr schwer für kleinere Verwertungsgesellschaften, gegenüber solchen Giganten wie Apple und YouTube angemessene Verträge durchzusetzen. Wenn wir das selbst tun, weil wir glauben, dass wir das besser können, dann ist das eine rechtliche Frage, weil wir grenzüberschreitend aktiv werden."
Allerdings gab es zuletzt gerade zwischen YouTube und GEMA Probleme. Der erste Vertrag über die Nutzung von Musik beim Online-Videoportal war im März 2009 abgelaufen, und seitdem verhandeln beide Seiten über eine Nachfolgelösung. Anfangs stand die GEMA -Forderung von einem Cent pro abgerufenem Musikvideo im Raum - viel zu viel, meinte die Google-Tochter YouTube. Details über die laufenden Verhandlungen geben derzeit beide nicht.
Verhandlungen mit YouTube
"Wir arbeiten hart daran, eine Lösung zu finden, aber die Dinge sind komplex", hatte der YouTube-Direktor für Videopartnerschaften, Patrick Walker, kurz zuvor in einem dpa-Gespräch gesagt. Es gebe mittlerweile aber Einigungen mit den Verwertungsgesellschaften in Großbritannien und den Niederlanden, ergänzte er und machte indirekt die GEMA für die Hängepartie verantwortlich: "Wir brauchen einen willigen Partner, um Wachstum zu erzielen und nicht einen, der uns mit kostspieligen Lizenzen behindert."
Heker erwiderte: "Eine fabelhafte Aussage, die ich gerne zurückgebe. Wir sind dafür da, die angemessene Vergütung für die Urheber mit YouTube zu vereinbaren. Und dieser Weg ist sehr, sehr steinig." Aber er machte auch leichte Hoffnung auf eine Einigung noch in 2010: "Wir müssen in diesem Jahr eine Einigung erreichen. Wir verhandeln seit einem Jahr, und so langsam müssten wir auch zum Ende kommen."

(Jörg Schamberg)

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