Security

Gelber Alarm: Wurm verspricht WM-Tickets

Update: Sober schlägt in einer neuen Mutation zurück - und sorgt für einen Ansturm auf die Mailadressen des WM-Organisationskomitees.

03.05.2005, 17:30 Uhr
Internet© Gina Sanders / Fotolia.com

Der aus der Vergangenheit bekannte Internet-Wurm Sober ist wieder da. In einer neuen Mutation bedroht er insbesondere all diejenigen, die sich für die Fußball Weltmeisterschaft (WM) 2006 in Deutschland für Tickets beim Fußball-Weltverband FIFA beworben haben. In deutscher Sprache versucht Sober, über getürkte E-Mails vorzugaukeln, der Empfänger der Nachricht habe ein Ticket für die WM gewonnen.
WM-Tickets gewonnen?
Wer also in diesen Stunden eine E-Mail im virtuellen Postfach findet, in der von angeblichen WM-Tickets die Rede ist, sollte Vorsicht walten lassen. Nachrichten mit dem Betreff Glueckwunsch: Ihr WM Ticket oder WM Ticket Verlosung*WM-Ticket-Auslosung sollten besonders kritisch behandelt werden. In keinem Fall sollten Empfänger die mitgeschickte Datei öffnen.
Auch wenn im E-Mail-Text darauf hingewiesen ist, dass die Nachricht virenfrei sei, versteckt sich im Anhang die eigentliche Malware, die sich nach Aktivierung über eine eigene SMTP-Maschine automatisch an alle Empfänger weiterverbreitet, die auf dem infizierten Windows-System gefunden werden können.
Die Experten von TrendMicro schätzen das Risiko auf eine rasche Verbreitung – insbesondere in Deutschland und in den USA – so hoch ein, dass ein gelber Alarm ausgelöst wurde. Das entspricht der zweithöchsten Warnstufe.
Bitte aktualisieren
Alle großen Hersteller von Anti-Virus-Software haben bereits ein Update ihrer Virensignaturen bereitgestellt, damit PCs vor der neuen Sober-Variante geschützt sind. Sollten Sie die Auto-Update-Funktion nicht aktiviert haben, sollten Sie schnellstmöglich manuell eine Aktualisierung durchführen.
Update: Mailserver lahmgelegt
Inzwischen hat der Wurm zu einem sprunghaften Anstieg des Mailtraffics auf den Servern des WM-Organisationskomitees (OK) geführt. So habe das OK mit zahlreichen Nachfragen besorgter oder verärgerter Kunden zu kämpfen. OK-Vize Wolfgang Niersbach sagte auf einer Pressekonferenz am Dienstag in Frankfurt, das OK sei selbst "ein Stück weit lahmgelegt, weil wir derzeit keine Mails versenden oder empfangen können." Das eigentliche Ticketvergabesystem sei aber nicht betroffen.

(Hayo Lücke)

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