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Gehackte Provider einig: Kein Zugriff durch Geheimdienste - Begründungen höchst unterschiedlich

Deutsche Provider haben keine Hinweise auf Zugriffe von Geheimdiensten gefunden. Noch überraschender sind allerdings die Erklärungen.

16.09.2014, 14:01 Uhr
Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

"Der Spiegel" hatte berichtet, die beiden Geheimdienste NSA und GCHQ hätten verdeckte Zugänge zu deutschen Providern - unter anderem zu Telekom und NetCologne. Die wehren sich jetzt allerdings. Interne Untersuchungen hätten einen solchen geheimen Zugang nicht gefunden. Noch überraschender sind die Erklärungen.

Nicht in Europa, aber vielleicht in den USA

Die Deutsche Telekom schließt nach Abschluss der Untersuchungen einen Zugriff der in dem Bericht genannten Geheimdienste in Deutschland oder Europa aus. "Einen Nachweis, dass unser Netz in Deutschland und Europa manipuliert wurde, gibt es nicht."

Im Spiegel-Bericht wurde allerdings ein Zugriff auf das weltweite Backbone der Telekom angegeben. Einen Zugriff in den USA nach US-Recht schließt die Telekom deshalb explizit nicht aus.

Geheimdienste raten Passwörter

NetCologne hat als regionaler Anbieter jedoch keinen Backbone im Ausland. Die Erklärung, die die Telekom gewählt hat, lässt sich hier also nicht anwenden. Stattdessen wird von einem Einzelfall gesprochen. NetCologne hat diesen aber anscheinend nicht ausfindig machen können und kann daher auch nicht angeben, um wieviele unentdeckte Einzelfälle es sich handelt.

Der Satelliten-Provider Stellar CPS erklärte gegenüber heise online, eine Kompromittierung der eigenen Syteme habe zu keiner Zeit festgestellt werden können. Es wird gemutmaßt, dass alle im Bericht zu identfizierenden Daten öffentlich zugänglich gewesen seien - mit Ausnahme des Passworts eines Kundenservers, das schlecht gewählt worden war und wohl erraten wurde.

(Peter Giesecke)

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