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Gegen Online-Durchsuchungen gibt es kaum Schutz

Nach Ansicht des Chaos Computer Clubs kann sich der einfache Computernutzer praktisch nicht gegen die von Schäuble geforderten heimlichen Online-Durchsuchungen von wehren.

10.05.2007, 11:28 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Nahezu jeder besitzt heutzutage einen Computer. Die Festplatte ersetzt reihenweise Aktenordner mit persönlichen Informationen. Steuern, Rechnungen, geschäftliche und persönliche Briefe und Überweisungen - all diese Daten lagern Platz sparend auf der Festplatte und niemand möchte sich gerne offen in die Daten schauen lassen.
Heimlich Festplatten durchsucht
Doch seit zwei Jahren praktizieren der Verfassungsschutz und der Bundesnachrichtendienst heimliche Online-Durchsuchungen mit kleinen Spionageprogrammen. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hatte die Durchsuchungen nach Kritik im Bundestag zwar vorerst gestoppt, will aber nicht aufgeben. Nun will er das Grundgesetz ändern lassen, um doch noch den Weg für heimliche PC-Spionage frei zu machen.
Sollte es soweit kommen, kann sich nach Ansicht des Chaos Computer Clubs (CCC) der einfache Computernutzer praktisch nicht gegen die von Schäuble geforderten heimlichen Online-Durchsuchungen von Rechnern wehren. "Übliche Antivirenprogramme und Firewalls sind machtlos. Die Ermittler werden Schwachstellen nutzen, etwa im Mailprogramm oder Browser", sagte Constanze Kurz vom CCC der Wochenzeitung "Die Zeit".
Kein Schutz greift
Nach Ansicht der CCC-Expertin hat aber jeder Nutzer durchaus das Recht, sich gegen derartige Eindringlinge zur Wehr zu setzen. Angriffe der Behörden auf Rechner des CCC erwartet sie nicht: "Die Ermittler werden es sich zweimal überlegen, uns anzugehen". Die Gefahr sei einfach zu groß, dass die Computerexperten den Online-Spion aufspüren. Vergleiche des Vorgehens des CCC mit den Behördenplänen wies sie zurück: "Wenn der CCC in Systeme eingedrungen ist, dann um Sicherheitslücken aufzudecken - und nicht um jemanden auszuspionieren."

(Denise Bergfeld)

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