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Gefahr durch Spam & Co. erreicht neue Dimension

Die Experten des Deutschen Anti-Spam-Kongresses des eco Verbandes warnen vor der wachsenden Bedrohung durch Spam, Phishing, Pharming und Vishing.

07.09.2006, 10:16 Uhr
Internet© Anterovium / Fotolia.com

Die Experten des Deutschen Anti-Spam-Kongresses des eco Verbands warnen vor der wachsenden Bedrohung durch Spam, Phishing, Pharming und Vishing. Die "kriminelle Energie der Täter steigt" und die "Lösungsansätze der Politik sind unbrauchbar" – das sind die wenig verheißungsvollen Erkenntnisse der Experten auf dem 4. Deutschen Anti-Spam-Kongress. Die Veranstaltung des eco Verbands trommelt jährlich die Profis der Branche zusammen, um aktuelle Entwicklungen und Lösungsansätze zu diskutieren. Mit seiner Arbeit will der eco Verband zur Aufklärung und Sensibilisierung in Bezug auf das Thema Datendiebstahl beitragen.
"Niedrigere Hemmschwelle"
Als wesentliche Veränderungen bei der Spam-Problematik haben sich den Experten zufolge die immer niedrigere Hemmschwelle der Täter und neuen Formen der Angriffe auf persönliche Daten im Netz gezeigt. Spam und andere Arten des Datendiebstahls seien nicht länger nur ein Ärgernis, sondern strafrechtlich relevante Sachverhalte.
"Besorgniserregend sind dabei insbesondere die ansteigende kriminelle Energie der Täter und deren wachsende Professionalität sowie die neuen und immer raffiniertere Begehungsmethoden", sagt eco-Vorstand Oliver J. Süme. Während Spamming bislang vergleichsweise harmlos noch auf den Absatz zweifelhafter Waren abzielte, verfolgen Methoden wie Phishing, Pharming oder Identitätsdiebstahl betrügerische Absichten, die einen beträchtlichen finanziellen Schaden beim Opfer verursachen.
Schaden nimmt erheblich zu
Die Statistiken geben der Warnung des eco Verbandes Nachdruck: So wurden im ersten Halbjahr dieses Jahres allein in Berlin 153 Fälle mit einem Gesamtschaden von rund 730.000 Euro registriert – das sind 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Eine bundeseinheitliche Erfassung gibt es bisher nicht, viele Fälle werden daher auch nicht erfasst oder gemeldet. Jedoch verzeichnet die eigens vom eco eingerichtete Internet-Beschwerdestelle einen deutlichen Zuwachs beim Thema Datendiebstahl. Von den mehr als 300 Beschwerden täglich betreffen mittlerweile 15 bis 20 Prozent Phishing-Attacken.
Im Rahmen des Kongresses kritisierte der eco Verband auch die geplante Anti-Spam-Regelung, die im neuen Telemediengesetz aufgenommen werden soll. Mit diesem Gesetz werde dem Konsumenten suggeriert, dass etwas gegen Spam und moderne Begehungsmethoden unternommen werde, sagt Süme. "Angesichts der aktuellen Entwicklungen wird sich die geplante Regelung als stumpfes Schwert von Gestern erweisen, dass allenfalls Behörden mit Arbeit belasten wird", so Süme weiter. Der eco Verband hält stattdessen Selbstregulierungsmaßnahmen der Wirtschaft für die bessere Lösung.

(Aleksandra Leon)

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