Handysoftware

Gefälschte Android-App "Virus Shield": Google zahlt Entschädigung

Sie sah gut aus, lief zügig und hatte gute Bewertungen. Aber mehr war auch nicht drin: Anfang April machte der vermeintliche Virus-Scanner "Virus Shield" Schlagzeilen. Jetzt zahlt Google eine Entschädigung für geprellte Nutzer.

23.04.2014, 11:16 Uhr
Google© Google

Virus Shield hatte alles, was eine gute Android-App auszeichnet: Der Virusscanner blockierte das Smartphone nicht, war bereits 10.000 mal heruntergeladen worden und und rangierte zeitweise am ersten Platz für Bezahl-Software im Google Play Store. Nur einen Nachteil brachte die 3,99-US-Dollar teure App mit: Sie konnte rein gar nichts, außer ein Symbol auszutauschen.

Vorwurf: Freier Markt hat Fake gefördert

Und schon ging sie los, die Debatte um die Mitschuld von Google an den geplünderten Geldbeuteln der Kunden. Schließlich hatte der Konzern stets den freien Markt im Play Store gefördert und damit passiv unterstützt, dass ein solcher "Fake" überhaupt in Umlauf kam, so die Kritiker.

Jetzt rudert Google zurück. Der Konzern hat die Käufer laut "Business Insider" (BI) per E-Mail kontaktiert und verspricht den Geschädigten einen Gutschein von 5 US-Dollar für den Play Store, nebst Rückerstattung des Kaufbetrags für die App innerhalb von 14 Tagen. Das Programm habe mit seinen falschen Versprechungen gegen die Richtlinien des Play Store verstoßen, so Google.

Google muss reagieren

Möglicherweise muss der Konzern sein offenes Entwicker-Konzept überdenken. Vergangene Woche machte erneut ein Betrugsversuch im Google-Store Schlagzeilen: "BI" zufolge hatte sich Malware in den Store eingeschlichen, die arglose Nutzer auf Phishing-Seiten umleitete, um sensible Bankdaten abzugreifen.

Schaden hatte Virus Shield nicht angerichtet. Nach Angaben des Entwicklers wurde die Fehl-App auch nicht böswillig, sondern nur versehentlich veröffentlicht, so der "Guardian". Dagegen spricht allerdings die Tatsache, dass die App nach Informationen des österreichischen "Standard" zwischenzeitlich von Version 1.0 auf 2.2 aktualisiert worden war. Spätestens dann hätte der Sourcecode-Fehler ins Auge fallen müssen, wenn es sich wirklich um ein Versehen gehandelt hätte.

(Dorothee Monreal)

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