Lenovo bleibt wichtigster PC-Hersteller

Gartner: PC-Markt in Deutschland sinkt erneut um 8 Prozent

PC-Hersteller verzeichnen in Deutschland weiter schrumpfende Absatzzahlen im Geschäft mit PCs für Endkunden, Business-PCs sind dagegen stärker gefragt. Etliche der großen Hersteller verlieren Marktanteile, darunter Lenovo und Acer. Lenovo bleibt dennoch Spitzenreiter.

Jörg Schamberg, 24.05.2016, 10:26 Uhr
Computer-GehäuseDer PC-Markt in Deutschland schrumpft weiter.© WavebreakmediaMicro / Fotolia.com

München – Es ist inzwischen ein gewohntes Bild: Die Verkaufszahlen von PCs gehen seit Jahren weltweit kontinuierlich zurück. Die Marktforscher von Gartner haben am Dienstag aktuelle Zahlen zum PC-Markt in Deutschland vorgelegt. Demnach schrumpfte der PC-Absatz hierzulande erneut um 8 Prozent. Laut der Untersuchung von Gartner seien von Anfang Januar bis Ende März 2016 2,53 Millionen PCs in Deutschland ausgeliefert worden – 7,8 Prozent weniger als noch im ersten Quartal 2015 (rund 2,75 Millionen).

Rückgang von 22 Prozent bei Consumer-PCs

Besonders stark rückläufig waren die Verkäufe von Desktop-PCs, deren Auslieferungszahlen im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Prozent zurückgingen. Federn lassen mussten aber auch Notebooks und ultramobile Geräte mit einem Minus von 5 Prozent. Die Auslieferung von Consumer-PCs, also von Computern für private Endkunden, ging um 22 Prozent zurück. Business-PCs waren dagegen stärker gefragt, hier verzeichnet Gartner sogar ein Wachstum von 6 Prozent.

Lenovo bleibt Spitzenreiter, muss aber Einbußen hinnehmen

Lenovo bleibt der größte PC-Hersteller auf dem deutschen Markt, muss aber deutliche Einbußen beim Wachstum von Minus 11,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr hinnehmen. Im ersten Quartal 2016 lieferte Lenovo 527.000 PCs in Deutschland aus (Q1/2015: 598.000). Der Marktanteil von Lenovo sank in Folge von 21,8 Prozent im Vorjahr auf 20,8 Prozent Ende März 2016. Auf Platz zwei folgt HP, der US-Konzern lieferte im ersten Quartal allerdings mit 474.000 PCs 4.000 Geräte mehr aus als im Vorjahr. Der Marktanteil kletterte von 17,1 Prozent auf 18,7 Prozent.

Acer mit drastischem Wachstumsrückgang

Der drittwichtigste PC-Lieferant für den deutschen Markt ist Asus mit 204.000 Geräten (Q1/2015: 266.000). Trotz gesunkener Auslieferungen legte der Marktanteil von Asus leicht von 9,7 Prozent auf 10,0 Prozent zu. Einen drastischen Wachstumsrückgang von Minus 30,2 Prozent sieht Gartner bei der Acer Group, die auf Rang vier in Deutschland landet. Acer lieferte im ersten Quartal 2016 noch 204.000 PCs in Deutschland aus, ein Jahr zuvor waren es noch 292.000 gewesen. Dies hat auch Folgen für den Marktanteil von Acer, der von 10,6 Prozent auf 8,0 Prozent zurückging. Auf Platz fünf findet sich Dell mit 197.000 ausgelieferten PCs wieder (Q1/2015: 197.000) – Dell steigerte den Marktanteil leicht von 7,2 auf 7,8 Prozent. Auf andere Hersteller entfielen die übrigen 878.000 PC-Auslieferungen, im Vorjahr hatten sie noch 924.000 Geräte geliefert. Dennoch, wegen der Schwäche von einigen der großen PC-Hersteller, steigerte sich der Marktanteil der übrigen Hersteller von 33,6 Prozent auf 34,7 Prozent.

Zunehmender Einsatz von Smartphones statt PCs

Statt PCs setzen Endverbraucher laut Gartner Smartphones zunehmend auch zu Hause ein. "Auf Unternehmensseite erwarten wir dagegen, dass ab dem zweiten Halbjahr 2016 die Early Adopter mit der Einführung von Windows 10 beginnen werden, in den Jahren 2017 bis 2019 wird das System dann zum Mainstream werden", erläutert Meike Escherich, Principal Analyst bei Gartner. "Die Hersteller müssen mit immer schmaleren Margen überleben und gleichzeitig ihr Angebot in neuen Gerätekategorien ausweiten, die Effizienz und Profitabilität steigern und weiter in Forschung und Entwicklung investieren. Nicht alle sind dabei erfolgreich und gerade im mittleren Marktsegment kämpfen viele Hersteller mit der Marktentwicklung", so Escherisch weiter. Samsung, Sony und Toshiba hätten zusammengenommen seit 2011 rund 10 Prozent Marktanteil in Deutschland verloren.

PC-Absatz in Westeuropa geht um 7,6 Prozent zurück

Nicht nur in Deutschland war der PC-Markt im ersten Quartal 2016 weiter rückläufig. Für Westeuropa ermittelte Gartner einen Rückgang von 7,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Insgesamt wurden in Westeuropa im ersten Quartal 2016 rund 12,41 Millionen PCs ausgeliefert nach 13,42 Millionen Geräten im Vorjahr. "Die hohen Bestände haben die Auslieferungen neuer Geräte im ersten Quartal gebremst und sind der Hauptgrund für den schwachen Markt in Westeuropa", erklärt Meike Escherisch. Demnach seien davon besonders Lenovo und Acer betroffen, die einen Rückgang von 9,2 bzw. 30,3 Prozent verzeichnen mussten.

Update vom 24. Mai, 15:10 Uhr: Fehlerhafte Angaben von Gartner

In einer ersten Version dieser Meldung hatte Gartner zunächst ein falsches Ranking gemeldet und die Plätze von HP und Lenovo sowie von Dell und Acer vertauscht. In der von der Redaktion überarbeiteten Meldung wurden die falschen Angaben korrigiert, die auch Auswirkungen auf das Ranking haben.

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