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Gartner: HP bleibt Marktführer, Lenovo überholt Dell

Zweistellige Zuwachsraten - das war einmal: Der PC-Markt wächst nur noch moderat. Viele Verbraucher kaufen sich statt eines klassischen Rechners lieber ein Smartphone oder einen Tablet-Computer. In diesem schwachen Umfeld steht Hewlett-Packard überraschend gut da und bleibt Marktführer. Auf Platz zwei soll nun Lenovo liegen.

13.10.2011, 16:16 Uhr (Quelle: DPA)
Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Die Befürchtungen, dass Hewlett-Packard wegen der möglichen Abspaltung der PC-Sparte die Kunden abspringen, haben sich vorerst nicht bestätigt. Der weltgrößte Computerhersteller steigerte im dritten Quartal sogar seinen Marktanteil, wie der Marktforscher Gartner feststellte. Insgesamt legte der PC-Markt demnach nur noch leicht um 3,2 Prozent zu - die Zeiten zweistelliger Wachstumsraten sind vorbei. Der chinesische Hersteller Lenovo verdrängte unter anderem dank Zukäufen den einstigen Weltmarktführer Dell vom zweiten auf den dritten Platz.

HP: Marktanteil von 17,7 Prozent

HP lieferte laut den am späten Mittwoch veröffentlichten Gartner-Zahlen 16,2 Millionen PCs aus. Das war ein Zuwachs von 5,3 Prozent. Der Marktanteil rückte damit auf 17,7 Prozent vor, nach 17,3 Prozent vor einem Jahr.

Der frühere HP-Chef Léo Apotheker hatte die PC-Sparte im August zur Disposition gestellt. Er wollte das Unternehmen stärker auf lukrativere Geschäftsbereiche wie Software und Dienstleistungen ausrichten. Die Ankündigung hatte den Aktienkurs in die Tiefe gerissen und kostete Apotheker letztlich den Job. Seine Nachfolgerin Meg Whitman scheint dagegen gewillt, das Geschäft im Unternehmen zu belassen. Eine endgültige Entscheidung soll bis Ende dieses Monats fallen.

"HP hat immer noch ein voll funktionstüchtiges PC-Geschäft", sagte Gartner-Analyst Ranjit Atwal im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Um den Erfolg nicht zu gefährden, müsse HP aber die Unsicherheit über die Zukunft der Sparte bald beenden. Wie sich die Ankündigung auswirke, werde man ohnehin erst später sehen: "Das abgelaufene Quartal reflektiert nicht den langfristigen Trend", betonte Atwal. Zuvor hatte es Medienberichte gegeben, wonach manche Unternehmenskunden zuletzt wegen der Unsicherheit um HP lieber auf Lenovo oder Dell setzten.

Das abgeschwächte Wachstum des PC-Marktes insgesamt habe nicht zuletzt mit dem Boom der Smartphones und Tablet-Computer in den Industrieländern zu tun, erklärte Atwal. "Die Nutzer ersetzen ihren PC nicht mehr so häufig." Gartner berücksichtigt in seinen Zahlen zum PC-Markt nicht die Verkäufe von Tablets.

Lenovo zieht an Dell vorbei

Besonders schmerzhaft bekam Dell den Umschwung zu spüren: Der Konzern wurde weniger PCs los als vor einem Jahr und der Marktanteil fiel auf 11,6 Prozent. Der chinesische Rivale Lenovo konnte sich dadurch und durch eigene kräftige Zuwächse erstmals auf den zweiten Platz in der Verkaufsliste vorschieben mit einem Anteil von 13,5 Prozent. Lenovo hatte die deutsche Elektronikfirma Medion geschluckt und legte die PC-Produktion in Japan mit dem Technologiekonzern NEC zusammen. Der Lenovo-Absatz sprang um 25,2 Prozent auf 12,35 Millionen Personal Computer hoch.

(Saskia Brintrup)

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