News

Garmin & Asus begraben das nüvifone-Experiment

Seit Februar 2009 vermarkten Asus und Garmin mit der nüvifone-Serie für Navigationsdienste optimierte Smartphones. Umsatz und Absatz blieben aber weit unter den Erwartungen zurück. Nun zogen die Konzerne die Notbremse und kündigten an, keine neuen Modelle mehr zu entwickeln.

27.10.2010, 13:46 Uhr
Smartphone© goodluz / Fotolia.com

Moderne Smartphones sind echte Multifunktionsgeräte. Auch Routenplanung und Navigation gehören mittlerweile bei vielen Geräten zur Grundausstattung. Während die meisten Hersteller von Navigationsgeräten diesem Eingriff in eigene Geschäftsfelder mit speziellen Apps begegnen, setzte Garmin bislang auf ein anderes Konzept. Seit Februar 2009 vermarktet der US-Navigationsspezialist in Kooperation mit dem taiwanesischen Elektronikkonzern Asus die für ortsbezogene Dienste optimierte nüvifone-Serie. Noch auf der IFA in Berlin bekräftigte der deutsche Garmin-Manager Klaus-Peter Brück diese Strategie und erteilte der Entwicklung eigener Apps vorerst eine Absage. Gleichzeitig spekulierte ein anderer ranghoher Manager des Konzerns über ein Ende der Smartphone-Produktion. Pünktlich vor Veröffentlichung der nächsten Quartalsberichte zogen Garmin und Asus nun tatsächlich die Notbremse.

Smartphone-Absatz schwächelt

Anfang September hatte Garmins Finanzchef Kevin Rauckman gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters erklärt, der Smartphone-Absatz läge mit Einnahmen von insgesamt 27 Millionen US-Dollar im zweiten Quartal weit unter den Erwartungen. Rauckman kündigte bereits damals mögliche Konsequenzen an, sollte sich die Situation in den kommenden Quartalen nicht verbessern. "Wir sind da pragmatisch. Wenn wir mit den Geräten endgültig erfolglos bleiben, werden wir uns zusammensetzen und nach Prüfung die beste Entscheidung für unser Geschäft treffen".

Offenbar gaben aber auch die jüngsten Verkaufszahlen wenig Hoffnung auf Besserung: Zur Vorstellung der neuen Quartalsberichte am 28. Oktober beziehungsweise 3. November wollen Asus und Garmin weitere Einzelheiten zu Änderungen in der Produktplanung veröffentlichen.

Keine neuen Modelle unter der Marke Garmin-Asus

Fest steht, dass es keine weiteren Smartphones unter dem gemeinsamen Markennamen Garmin-Asus geben wird. Bereits verfügbare Modelle sollen aber weiterhin verkauft werden. Auch Produkt-Support, Software-Updates und weitere Downloads werden wie gewohnt bereitgestellt. Insgesamt umfasst die nüvifone-Serie damit sechs Geräte. In Deutschland kamen zuletzt das Garmin-Asus M10 und das Garmin-Asus A50 auf den Markt.

Ab 2011 wollen sich beide Unternehmen im Rahmen einer strategischen Neuorganisation stärker auf ihre jeweiligen Kernbereiche konzentrieren, aber weiterhin eng zusammenarbeiten. Asus wird neue Mobilfunkgeräte dabei unter eigenem Namen mit vorinstallierten Navigationslösungen von Garmin anbieten. Bei Garmin steht hingegen künftig die Entwicklung von App-Software für verschiedene Plattformen im Vordergrund.

(Christian Wolf)

Kommentieren Forum
Zum Seitenanfang