Spiele

Games auf dem Vormarsch

Immer mehr Menschen entspannen sich nach einem stressreichen Tag zuhause am PC oder eine Spielekonsole mit einem fesselnden Game. Aber: Freunde sind und bleiben wichtiger, ergab eine neu vorgestellte Umfrage.

15.02.2006, 09:23 Uhr
Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Wenn es darum geht, Entspannung zu suchen, setzen immer mehr Menschen nicht etwa auf wohltuende Wellness im nächsten Thermalbad oder auf der Couch mit einem literarischen Bestseller, nein, sie nutzen einen PC oder eine Konsole, um in virtuelle Spielewelten abzutauchen. Das ergab eine Untersuchung der Düsseldorfer Kommunikationsagentur Mediaedge:cia.
Wie die Untersuchung ergab, werden beim Spielen die Probleme des Alltags schnell vergessen. "Ich komm heim, bin geschafft und gestresst, mein Kopf ist voll... da schmeiß ich halt den Rechner an, um zu spielen", gab beispielsweise eine Teilnehmerin der Umfrage zu Protokoll. Der Gamer taucht in eine selbst gewählte fiktive Welt ein, die sich aktiv gestalten und durchleben lässt. Im Vergleich zu Fernsehen oder Buch werden insbesondere die Interaktivität und der offene Ausgang von Spielen geschätzt, die selbst mitbestimmt werden können, heißt es in der Analyse der Studie.
Keine Zombies
Wer jetzt allerdings denkt, E-Gamer seien eine Handvoll jugendlicher Freaks, die tagelang stumpfsinnig in abgedunkelten Zimmern sitzen und sich nur von Chips und Cola ernähren, der ist auf dem Holzweg. Nach Angaben des Verbands der Unterhaltungssoftware Deutschland sind mehr als die Hälfte der regelmäßigen Computerspieler zwischen 25 und 44 Jahre alt. Die meisten E-Gamer spielen in der Regel allein, abends, unter der Woche, soweit es die Zeit erlaubt. Sie schotten sich dabei nicht ab, wie es die Außenwelt gelegentlich empfindet, sie nehmen sich Zeit für ein liebgewordenes Hobby. Der Mediaedge:cia Umfrage zufolge setzen sich die Spieler klare Prioritäten: Freunde gehen vor!
Auch interessant: Werbung wird in Spielen nicht nur akzeptiert, sondern mitunter sogar ausdrücklich gewünscht. Vor allem Sportspiele kommen den Befragten zufolge kaum ohne Werbung oder Product Placement aus. "Man stelle sich FIFA Football 2005 ohne Werbebanden und Trikotwerbung vor. Da ginge eine Riesenportion Authentizität verloren", betont eine Umfrage-Teilnehmerin aus Hamburg.
Starker Umsatz
Weltweit werden mit so genannten E-Games rund 18,8 Milliarden Euro pro Jahr umgesetzt – Tendenz steigend. Dabei ist Deutschland nach Großbritannien der zweitgrößte Markt in Europa, gefolgt von Frankreich und Italien.

(Hayo Lücke)

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