Malware-Bedrohungsanalyse

G Data: Zahl der Cyberattacken mit Malware 2020 rasant gestiegen

Die verstärkte Nutzung von Homeoffice wegen Corona hat laut den Experten von G Data 2020 zu einer deutlichen Zunahme der Cyberattacken auf Unternehmensnetze und private Rechner geführt.

Jörg Schamberg, 17.02.2021, 10:18 Uhr
Hackerangriff© Uli-B / Fotolia.com

Die IT-Sicherheitsexperten von G Data haben im zweiten Halbjahr 2020 eine Steigerung der abgewehrten Cyberattacken um mehr als 85 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr verzeichnet. Im vergangenen Jahr hätten Cyberkriminelle pro Minute 76 neue Versionen einer Schadsoftware veröffentlicht. Dabei sei die Verunsicherung der Menschen durch die Corona-Pandemie ausgenutzt worden. Das geht aus einer aktuellen Bedrohungsanalyse von G Data CyberDefense hervor.

Schneller Umzug ins Homeoffice: IT-Sicherheit nicht immer optimal

Vom zweiten auf das dritte Quartal 2020 habe sich die Zahl der verhinderten Cyberattacken nahezu verdoppelt, im vierten Quartal sei die Zahl der Angriffe jedoch leicht zurückgegangen. Ein Grund für die Zunahme der Attacken im vergangenen Jahr ist aus Sicht von G Data der schnelle Umzug etlicher Unternehmen ins Homeoffice. Im Zuge dessen habe es unbemerkte Cyberattacken gegeben, die Cyberkriminellen hätten Schwächen in der IT-Sicherheit wie Sicherheitslücken, fehlende Updates oder unvorsichtige Angestellte ausgenutzt.

Emotet führt Malware-Top 10 für 2020 an

Zum Einsatz sei oft seit Jahren bekannte Schadsoftware gekommen, die aber ständig weiterentwickelt werde. Die Experten von G Data haben 2020 nach eigenen Angaben mehr als 16,1 Millionen verschiedene Malware-Samples entdeckt. Das sei gegenüber 2019 ein Anstieg von 228,6 Prozent. Die IT-Systeme in Deutschland würden täglich von durchschnittlich 44.135 neuen Malware-Samples bedroht. Die gefährliche Schadsoftware Emotet, ein Malware-Verbreiter, führte erstmals mit insgesamt 888.793 verschiedenen Versionen die Malware-Top 10 für 2020 an. Im Jahr davor seien es lediglich 70.833 gewesen. In der ersten Jahreshälfte 2020 sei Emotet kaum aktiv gewesen, schlug dafür aber umso heftiger im zweiten Halbjahr zu.

Mit Emotet würden Cyberkriminelle Zugang zu den IT-Netzwerken erlangen, andere Schadprogramme wie Trickbot und Ryuk würden automatisiert nachgeladen. Die Folge: Zugangsdaten werden ausgespäht und das System verschlüsselt. Auf den Plätzen Zwei und Drei des Malware-Rankings folgen QBot, ein Remote Accress Trojaner mit 98.800 Varianten sowie der Downloader Urelas mit 64.136 Varianten. Sechs der zehn häufigsten Bedrohungen sind neu in der Top 10-Liste.

Ende Januar 2021 gab es einen international koordinierten Schlag gegen die Betreiber von Emotet. Große Teile der Infrastruktur sei außer Gefecht gesetzt worden, auch G DATA habe dabei technische Unterstützung geleistet.

Sicherheitslücken als weitere Gefahr für die IT-Sicherheit

Cyberkriminellen werde der Zugriff auf private Rechner oder Unternehmenswerke aber nicht nur durch Malware geöffnet. Behilflich seien auch Sicherheitslücken wie Shitrix und Sunburst. Erforderlich seien daher Investitionen in IT-Sicherheit. Unternehmen müssen sich laut G Data auf immer raffiniertere Attacken einstellen. Dabei helfen aber nicht nur entsprechende Schutzlösungen: Auch Angestellte müssten aufmerksam sein.

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