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Fußball Bundesliga: Kartellamt fordert viele TV-Pakete

Weil durch das Bundeskartellamt eine Marktmacht von DFL und Ligaverband festgestellt wurde, muss das Vergabeverfahren der TV-Rechte umfassend dokumentiert werden.

13.01.2012, 12:05 Uhr
Internet© rajareddy / Fotolia.com

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat vom Bundeskartellamt grünes Licht für die Vermarktung der TV-Rechte der Fußball Bundesliga ab der Saison 2013/2014 erhalten. Allerdings knüpfen die Kartellwächter das Vergabeverfahren an einige Bedingungen, wie am Freitag in Bonn bekannt gegeben wurde. Die DFL sei bei der anvisierten Zentralvermarktung "zur Beachtung umfangreicher Kriterien" verpflichtet.

Mehrere Pakete im Angebot

"Die zentrale Vermarktung von Medienrechten schränkt zwar den Wettbewerb zwischen den Vereinen ein. Sie bietet aber auch eine Reihe von Vorteilen und Effizienzen, da stets über die Liga als Ganzes berichtet werden kann und nicht jeder Verein einzeln über die Art und Weise der Berichterstattung über seine Spiele entscheidet", wird Kartellamts-Chef Andreas Mundt in einer Medienmitteilung zitiert. Das von der DFL vorgesehene Vermarktungsmodell ermögliche den Medien einen wettbewerblichen Zugriff auf eine Reihe von Liga-Paketen über verschiedene Verbreitungsarten und -wege. Ligaverband und DFL hätten sich verpflichtet, mehrere Pakete für die Live-Übertragung von Spielen sowie für die Highlight-Berichterstattung anzubieten.

Unter der Highlight-Berichterstattung ist ein Modell zu verstehen, wie es aktuell und auch in der nächsten Saison im Ersten die "Sportschau" an Samstagen ab 18 Uhr präsentiert. Ab der Spielzeit 2013/2014 könnte sich daran allerdings etwas ändern. Denn die DFL wird sich auch Angebote von Internet-Anbietern einholen dürfen, die planen, Höhepunkte des Bundesliga-Spieltags zunächst im Internet zu zeigen. Yahoo und Google (YouTube) hatten signalisiert, Interesse an derartigen Rechten zu haben. Zusammenfassungen im klassischen Fernsehen würde es dann erst ab 21:45 Uhr am Samstagabend geben. Möglich ist aber auch, dass das bekannte "Sportschau"-Modell wieder den Zuschlag bekommt. Vieles hängt letztlich von den eingehenden Geboten der Rechte-Interessenten ab.

DFL darf Marktmarkt nicht missbrauchen

Eine Befragung des Bundeskartellamts unter potentiellen Käufern und anderen Marktteilnehmern habe ergeben, dass sie selbst und der Fernsehzuschauer "in erheblichem Umfang von der Zentralvermarktung profitieren", heißt es seitens der Kartellwächter weiter. Gleichzeitig wurde aber auch festgestellt, dass Ligaverband und DFL über eine erhebliche Marktmacht gegenüber ihren Nachfragern verfügen. Deswegen sei es wichtig, sicherzustellen, dass auch kleineren Anbietern attraktive Inhalte angeboten werden. Die DFL hat sich darüber hinaus verpflichtet, über den Zuschlag der einzelnen TV-Pakete anhand vorab festgelegter Kriterien zu entscheiden. Der Vergabeprozess muss durch die DFL umfassend dokumentiert werden.

(Hayo Lücke)

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