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Fußball Bundesliga auch an ADSL2(+)-Anschlüssen?

Nach Informationen der "Welt am Sonntag" könnte zudem der Streit um die Übertragungsrechte im klassischen Pay TV auch auf anderem Weg beigelegt werden. Die Telekom soll die Mobilfunkrechte erhalten.

21.05.2006, 12:28 Uhr
Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com

Fußballfans müssen möglicherweise doch nicht zwingend auf einen VDSL-Anschluss setzen, wenn sie ab der kommenden Saison die Spiele der Fußball Bundesliga oder 2. Bundesliga über das Internet verfolgen möchten. Einem Bericht der "Welt am Sonntag" reicht es unter Umständen auch aus, wenn ein ADSL2(+)-Anschluss bei der T-Com geschaltet wurde.
Bisher hieß es, dass ein VDSL-Anschluss Voraussetzung sei, um die Live-Übertragungen der insgesamt 612 Spiele pro Saison über den IP-Standard sehen zu können. Zum Start der neuen Saison will die T-Com über ihr neues Hochgeschwindigkeitsnetz, das Übertragungsraten von bis zu 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) ermöglichen soll, drei Millionen Haushalte in zehn Städten erreichen. Mitte 2007 sollen schon 13 Millionen Kunden an das VDSL-Netz angeschlossen sein. Offensichtlich zu wenig, beide Partner überlegen, ihr Bundesliga-Paket auch über DSL-Anschlüsse anzubieten, die bereits heute 50 Prozent der Premiere-Kunden versorgen, berichtet die Zeitung weiter. Das Schlüsselwort lautet ADSL2(+).
ADSL2(+) gilt als instabil
Mit ADSL2(+) sind im T-Com-Netz aktuell bis zu 16 Mbit/s im Downstream realisierbar. Das reicht nach Darstellung von Premiere-Chef Georg Kofler aus, um Bundesligaspiele übertragen zu können. Bei Bekanntgabe der Partnerschaft zwischen T-Com und Premiere am vergangenen Freitag gab Kofler an, dass für eine Übertragung über das Internet theoretisch sogar vier bis sechs Mbit/s ausreichen würden. Dennoch: die Tatsache, dass die T-Com Millionen investieren müsste, um die vorhandene DSL-Infrastruktur auf ADSL2(+) aufzurüsten und diese ohnehin Technik als instabil gilt, lässt Experten an einem bahnbrechenden Erfolg zweifeln. An einem VDSL-Anschluss führt demnach kaum ein Weg vorbei. Experten gehen davon aus, dass vielleicht 15 Prozent der Premiere-Kunden den Bundesliga-Start verfolgen können.
Das dürfte den neuen Rechteinhaber, den Pay-TV-Sender arena, einigermaßen zufrieden stellen. Arena besitzt die Exklusivrechte für die Übertragung per Satellit und Kabel, muss aber noch befürchten, dass auch T-Com und Premiere auf diesem Weg eine Übertragung realisieren. Ein Formfehler in den mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) ausgehandelten Verträgen soll das möglich machen, argumentieren T-Com und Premiere. Die Liga sieht das anders und hatte der T-Com jüngst sogar mit einem Lizenzentzug der Internet-Rechte gedroht.
Mobilfunkrechte für die Telekom?
Nach Informationen der "Welt am Sonntag" könnte dieser Streit nun aber auch auf einem anderen Weg beigelegt werden. Wie die Zeitung erfahren haben will, hat die DFL entschieden, der Telekom die exklusiven Übertragungsrechte auf dem Mobilfunkmarkt zuzusprechen. Dies sei der Telekom am Freitag per Brief mitgeteilt worden. Zu spät allerdings, um die anberaumte Pressekonferenz anlässlich der beschlossenen Partnerschaft mit Premiere noch zu stoppen oder anzupassen. Die DFL sei über diese Pressekonferenz nicht informiert worden.

(Hayo Lücke)

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