Telekom-Tochter

Fusion von T-Mobile US mit Sprint geplatzt: Telekom-Aktie unter Druck

Nach den gescheiterten Gesprächen über ein Zusammengehen der Telekom-Tochter T-Mobile US mit dem zum japanischen Softbank-Konzern gehörenden US-Mobilfunker Sprint sind Analysten enttäuscht. Der Aktienkurs der Telekom sackte ab.

Jörg Schamberg, 06.11.2017, 09:55 Uhr (Quelle: DPA)
Telekom© Deutsche Telekom AG

Tokio/Bonn - Nach den geplatzten Fusionsgesprächen mit der Telekom-Tochter T-Mobile US will Softbank-Chef Masayoshi Son auch in den kommenden Jahren die Kontrolle über den US-Mobilfunker Sprint behalten. Es sei seine Entscheidung gewesen, die Gespräche abzublasen, sagte der Tech-Milliardär am Montag in Tokio zur Bekanntgabe eigener Geschäftszahlen. Die Telekom-Aktie geriet derweil unter Druck, Händler und Analysten sprachen von einer Enttäuschung.

Softbank-Chef wollte Kontrolle über Sprint nicht an Telekom abtreten

Am Samstag hatten die Deutsche Telekom (www.telekom.de Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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), T-Mobile US und Sprint mitgeteilt, dass monatelange Gespräche über einen milliardenschweren Zusammenschluss auf dem US-Markt gescheitert seien. Son konnte sich nicht damit abfinden, die Kontrolle über Sprint in einem gemeinsamen Unternehmen an die Telekom abzutreten. Seit Jahren sucht er nach Partnern für die chronisch verlustbringende Sprint.

Er sei heiter gestimmt, sagte Masa Son, auch wenn aus dem geplanten Megadeal nichts geworden sei. "Auch wenn die kommenden 3 bis 4 Jahre ein harter Kampf werden, wird 5 bis 10 Jahre später klar sein, welch ein strategisch unschätzbares Geschäft das ist", sagte Son. Sprint-Aktien dürften mit der Nachricht zwar fallen - das sei aber ein Grund, weiter zuzukaufen.

Analysten enttäuscht: Telekom-Aktienkurs gibt nach

Telekom-Aktien fielen am Montag Vormittag um fast 3 Prozent. Ein Händler sagte, die unendliche Geschichte der Fusionspläne sei nun zu einem unglücklichen Ende gekommen. Das Scheitern der Gespräche wertete auch Analyst Akhil Dattani von der US-Bank JPMorgan als Enttäuschung. Allerdings dürften viele Investoren gleichzeitig froh sein, dass die Telekom mit Blick auf den Preis diszipliniert geblieben sei. Zudem könnten die Verhandlungen zu einem späteren Zeitpunkt durchaus wieder aufgenommen werden. Experte Robert Grindle von der Deutschen Bank sah T-Mobile US auch alleine weiter gut aufgestellt. Eine Kursschwäche der T-Aktie sei eine Kaufgelegenheit.

Bereits vergangene Woche hatte sich angedeutet, dass diesmal nicht die US-Wettbewerbshüter die größte Hürde für Branchenkonsolidierung auf dem US-Markt sind, sondern die Vorstellungen der Konzernmütter aus Bonn und Tokio. Die Telekom besitzt knapp zwei Drittel an T-Mobile US, Softbank rund 84 Prozent an Sprint. Zusammen hätten die Unternehmen rund 125 Millionen Kunden und 70 Milliarden Umsatz jährlich gehabt.

T-Mobile US zuletzt mit 42 Milliarden Euro bewertet

Auch Telekom-Chef Höttges wollte das Pfund, dass sich die Telekom mit dem aggressiv wachsenden T-Mobile US in den USA geschaffen hat, nicht so ohne weiteres aus der Hand geben. Es seien keine Bedingungen zu erreichen gewesen, die Kunden zusätzliche Vorteile und den Aktionären Wertsteigerungs-Perspektiven bieten könnten. In den vergangenen Jahren hatte T-Mobile Sprint bei Kundenzahlen, Umsatz und Börsenwert deutlich abgehängt und Platz drei der landesweiten Mobilfunker eingenommen. T-Mobile war zuletzt rund 49 Milliarden US-Dollar (42 Milliarden Euro) wert, Sprint knapp 27 Milliarden Dollar.

Son ist nun weiter auf der Suche nach Partnern für Sprint, was auch die Telekom wieder unter Druck setzen könnte. Die Optionen für Sprint müssten aber die Kontrolle durch Softbank beinhalten, sagte Son, auch wenn es nicht notwendigerweise eine 50-Prozent-Mehrheit sein müsse. Er wollte zudem Bedenken um die Finanzlage von Sprint zerstreuen. Das Unternehmen sollte keine Schwierigkeiten haben, sich selbst zu finanzieren.

Der Japaner mit koreanischer Abstammung ist ein umtriebiger Dealmaker. Vergangenes Jahr übernahm er den britischen Chipdesigner ARM für 24 Milliarden britische Pfund, zudem legte er bis zu fast 100 Milliarden Dollar schweren Investitionsfonds für Tech-Unternehmen auf - mit dem Investmentvehikel des saudischen Königshauses als größtem Geldgeber.

Kauft sich Softbank bei Uber ein?

Immer wieder wird spekuliert, damit könne sich Softbank etwa beim Taxidienst Uber einkaufen. "Wenn wir uns auf die Bedingungen einigen können, werden wir Mittel zur Verfügung stellen", sagte Son dazu. Die Gespräche seien im Endstadium. "Aber wir zwingen uns nicht selbst dazu, das Geld zu geben." Zudem sagte Son, dass er mit US-Präsident Donald Trump über Investitionen und Arbeitsplätze in den USA geredet habe. Die USA seien der größte Markt und der zentrale Punkt für "aggressives Investment" des Beteiligungs-Fonds.

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