Deutscher Widerstand

Fusion von Schweizer Sunrise mit UPC scheitert an Freenet

Der Schweizer Telekommunikationsanbieter Sunrise wollte den Kabelnetzbetreiber UPC Schweiz übernehmen, um der dominierenden Swisscom Paroli bieten zu können. Doch die Fusion platze jetzt am Widerstand von Großaktionär Freenet.

Schweiz© Kristina Afanasyeva / Fotolia.com

Zürich - Die milliardenschwere Fusion der schweizerischen Telekom-Firma Sunrise mit dem Kabelnetzbetreiber UPC ist geplatzt, vor allem durch den Widerstand des deutschen Großaktionärs Freenet. "Der Deal ist tot", sagte Sunrise-Vorstandschef Olaf Swantee, wie das Unternehmen am Dienstag bestätigte. Andere Übernahmepläne gebe es erst einmal nicht. Es wäre die größte Übernahme der Schweizer Telekomgeschichte gewesen.

UPC Schweiz gehört Liberty Global

Das Unternehmen hatte kurz zuvor eine für Mittwoch geplante außerordentliche Hauptversammlung abgesagt. Dort sollte eine Kapitalerhöhung um 2,8 Milliarden Franken (2,6 Milliarden Euro) beschlossen werden, um den Kaufpreis von 6,3 Milliarden Franken zu finanzieren.

"Klar bin ich enttäuscht, es wäre super gewesen für den Wettbewerb", sagte Swantee dem Schweizer Sender SRF. Er zeigte sich überzeugt, dass der Deal große Synergien geschaffen hätte. Sunrise sei aber auch allein stark, und er habe keine Zweifel am künftigen Erfolg der Firma. UPC Schweiz gehört dem Kabelnetzkonzern Liberty Global.

Freenet war Übernahme-Preis zu hoch

Dem Freenet-Chef Christoph Vilanek war der Preis für die Übernahme zu hoch. Auch eine zuletzt angekündigte Finanzspritze von Liberty an Sunrise änderte an seinem Widerstand nichts. "Die strategische Logik überzeugt nicht und die Struktur des Deals ist nachteilig für die Sunrise-Aktionäre", sagte er der Nachrichtenagentur AWP. Freenet hält knapp ein Viertel der Sunrise-Aktien.

Auch der Investor Active Ownership Capital (AOC) äußerte öffentlich Widerstand, unter anderem wegen des hohen Preises. UTC sei dort stark, wo es keine Glasfasernetze gebe, und dort liege auch das Potenzial der neuen Mobilfunktechnologie 5G, sagte AOC-Mitgründer Florian Schuhbauer der "Neuen Zürcher Zeitung" im September. Durch den 5G-Ausbau würde Sunrise somit das eigene Geschäft auf dem von UPC übernommenen Kabelnetz kannibalisieren.

Swisscom dominiert Mobilfunk- und Breitbandmarkt in der Schweiz

Sunrise wollte mit dem UPC-Kauf Platzhirsch Swisscom Paroli bieten. Die Swisscom ist mehrheitlich in Staatsbesitz und hat einen Marktanteil im Mobil- und Breitbandbereich von mehr als 60 Prozent. Zusammen wären Sunrise und UPC mit seinem starken TV- und Internetgeschäft im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von gut drei Milliarden Franken gekommen.

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Jörg Schamberg / Quelle: DPA

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