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Fusion von o2 und E-Plus droht zu platzen - neue EU-Ermittlungen

Alle Hürden schienen schon genommen. Telefónica Deutschland will E-Plus übernehmen. Doch jetzt leitet die EU-Kommission neue Ermittlungen ein, berichtet die Wirtschaftswoche unter Berufung auf Kreise der beiden Mobilfunker sowie der Kommission.

27.08.2014, 11:47 Uhr
o2© Telefónica

Alle Hürden schienen schon genommen. Telefónica Deutschland will E-Plus übernehmen. Aus vier deutschen Mobilfunk-Netzbetreibern würden drei werden. Es wurden Bedingungen gestellt - auch von der EU - und erfüllt. Doch jetzt leitet die EU-Kommission neue Ermittlungen ein, berichtet die Wirtschaftswoche unter Berufung auf Kreise der beiden Mobilfunker sowie der Kommission.

United Internet hat sich beschwert

Anstoß für die neuen Untersuchungen sollen der Vertrag zwischen Telefónica und Drillisch sein und wie dieser zustande kam. Der Konkurrent United Internet hatte sich nach Informationen der Wirtschaftwoche bei der EU-Kommission darüber beschwert, dass die Verhandlungen teilweise nur zum Schein geführt worden seien. Telefónica hätte sich schon vorher auf Drillisch festgelegt.

Telefónica hatte sich - entsprechend der Vorgabe durch die EU - verpflichtet, 20 Prozent der eigenen Netzkapazitäten sowie bis zu 600 Shops an Drillisch abzugeben. Telefónica hatte aber auch mit United Internet und mit Freenet verhandelt, die über 1&1 und mobilcom-debitel selbst Mobilfunkverträge anbieten. Laut Wirtschaftswoche waren die Verträge auch schon unterschriftsreif.

Ist Drillisch zu klein?

United Internet kritisierte laut Bericht weiter, dass der Mobilfunk Service Provider Drillisch mit 1,9 Millionen Kunden nicht in der Lage sei, eine stärkere Rolle im deutschen Mobilfunktmarkt zu übernehmen.

Das war aber die Bedingung für die Fusion von o2 und E-Plus, die aus bisher vier Netzbetreibern nur noch drei macht: Die abzugebenden Frequenzen sollen es einem virtuellen Netzbetreiber ermöglichen, für ausreichend Konkurrenz über die Tarife und Wahlfreiheit bei den Kunden zu sorgen.

Laut Wirtschaftswoche prüft die EU-Kommission nun, ob die Verträge mit Drillisch ausreichen, um den Wettbewerb auf dem deutschen Mobilfunkmarkt aufrecht zu erhalten.

(Peter Giesecke)

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