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Fusion von mobilcom und freenet.de vor Gericht

Einzelne Aktionäre hatten gegen die Fusions-Beschlüsse geklagt und die Pläne dadurch blockiert.

20.06.2006, 14:01 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Vor dem Landgericht Kiel hat heute der Prozess um die geplante Fusion der Telekom-Firma mobilcom mit ihrer Internet-Tochter freenet.de begonnen.
Fusion blockiert
Sowohl die Aktionäre von mobilcom als auch von freenet hatten Ende August 2005 mit großer Mehrheit die Verschmelzung beider Unternehmen zur Telunico beschlossen. Doch einzelne Aktionäre hatten gegen die Beschlüsse geklagt und die Pläne dadurch blockiert. In einer vorläufigen Bewertung hatte das Landgericht Anfang Mai in einem der mobilcom zugestellten Beschluss seine Bedenken gegen die sofortige Freigabe der Verschmelzung mit freenet.de geäußert.
Ein mobilcom-Sprecher zeigte sich kurz vor der Verhandlung am Dienstag aber zuversichtlich, die Bedenken in einem neu eingereichten Schriftsatz ausgeräumt zu haben. Die klagenden Aktionäre stellen unter anderem in Frage, ob ein Hauptversammlungsbeschluss zum Vergleich mit dem früheren mobilcom-Hauptaktionär France Télécom im Jahr 2003 wirksam ist. Daher seien auch die Grundlagen für eine Verschmelzung mit freenet.de falsch.
Teleunico soll geboren werden
mobilcom und freenet.de sollen zunächst zur Telunico verschmolzen werden, bevor diese später in mobilcom-freenet AG umbenannt wird. Die mobilcom-Führung verspricht sich von der Fusion Kosteneinsparungen: Das Unternehmen soll Mobilfunk, Festnetztelefonieren und Internetdienstleistungen aus einer Hand anbieten. Sollte das Kieler Gericht grünes Licht für die Fusion geben, könnte die Unsicherheit jedoch weiter anhalten. So ist es möglich, dass die unterlegene Seite Rechtsmittel gegen einen Beschluss einlegt.
Update: Vergleich angeregt
Das Kieler Landgericht einen Vergleich angeregt. Mobilcom sowie die gegen die Verschmelzung klagenden Aktionäre haben nun bis zum 27. Juni Zeit für eine Einigung, wie ein Gerichtssprecher zum Prozessauftakt sagte. Sollte dies scheitern, werde das Gericht den Fall am 8. August entscheiden.

(Hayo Lücke)

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