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Fujitsu Siemens: Tausend Stellen fallen weg

Die Traditionsmarke will sich "gesundschrumpfen". Das Credo: Weniger Produkte, mehr Service nach dem Vorbild von IBM.

06.03.2009, 08:46 Uhr (Quelle: DPA)
Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Der Computerhersteller Fujitsu Siemens streicht seine Produktpalette kurz vor der Komplettübernahme durch den japanischen Elektronikkonzern Fujitsu weiter zusammen. "Fujitsu Siemens war in der Vergangenheit sehr breit aufgestellt - das wollen wir nicht mehr", sagte Technologiechef Joseph Reger der Finanz- Nachrichtenagentur dpa-AFX auf der Computermesse CeBIT in Hannover.
PDAs und Fernseher gestrichen
Bereits zurückgezogen hatte sich Fujitsu Siemens aus dem Geschäft mit Taschencomputern (PDA) oder Flachbild-Fernsehern. Nun geht das Unternehmen auch an die Kernprodukte ran, die Computer. "Wir hatten früher über ein Dutzend verschiedene Notebook-Plattformen. Heute ist es nur noch die Hälfte", sagte Reger.
Die Trennung in Computer für Endverbraucher und Geschäftskunden falle in der Regel weg. Dafür würden die Geräte mit Dienstleistungen angeboten. "Geschäfte, wo wir nicht mehr tun als das Produkt verkaufen, wollen wir eigentlich nicht mehr machen", betonte Reger. "Wir entwickeln uns immer weiter in Richtung Infrastruktur-Anbieter."
700 Stellen in Deutschland betroffen
Damit setzt das Unternehmen auf komplexe Dienstleistungen für Geschäftskunden, etwa die Wartung der Rechner oder die individuelle Ausstattung mit Software.
Der Wandel bleibt nicht folgenlos für die Belegschaft: "Es gibt weniger Produkte, auch deshalb brauchen wir weniger Mitarbeiter." Im Zuge der Komplettübernahme durch Fujitsu fallen nach Regers Angaben 1.000 der insgesamt 10.500 Stellen weltweit weg. Am schwersten trifft es die Mitarbeiter in Deutschland, wo 700 von 6.000 Beschäftigten gehen sollen. "Wir treffen individuelle Vereinbarungen mit den Mitarbeitern. Betriebsbedingte Kündigungen gibt es nicht." Mit vielen Beschäftigten Fujitsu Siemens sich bereits auf eine Abfindung geeinigt hat, wollte Reger nicht sagen, nur soviel: "Der Stellenabbau läuft nach Plan."
Geheimnis um den Firmennamen
Fujitsu hatte Anfang November den Siemens-Anteil von 50 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen für 450 Millionen Euro übernommen. Vom 1. April an wird Fujitsu Siemens als Regionalgesellschaft des japanischen Konzerns geführt.
"Der neue Firmenname ist noch geheim, es wird aber nicht "Fujitsu Computers" sein, soviel kann ich verraten", sagte Reger. "Die Produkte werden einfach unter "Fujitsu" laufen." Er räumte allerdings ein, dass das in Europa eine relativ unbekannte Marke sei. Eine große Werbekampagne schloss Reger aber aus.
Fujitsu Siemens hat nach der Komplettübernahme ein Jahr Zeit, Siemens aus dem Namen zu tilgen. "Es werden schon die ersten Computer unter der neuen Bezeichnung produziert." Länger könne es hingegen bei der System-Software dauern. "Wir wollen das möglichst ohne große Zusatzkosten hinkriegen", so Reger.
Umsatz wird sinken
Das Unternehmen muss sparen, da Fujitsu Siemens angesichts der Kampfpreise asiatischer Konkurrenten Marktanteile verloren hat. Hinzu kommen der allgemeine Marktrückgang und die Einschnitte bei den Produkten.
"Wir werden weniger Umsatz machen - das ist der Preis des Umbaus", sagte Reger. Auf eine Zahl fürs laufende Geschäftsjahr bis Ende diesen Monats wollte er sich aber nicht festlegen. Bei der Übernahme des Siemens-Anteils von Fujitsu war von einem Rückgang um zehn Prozent auf rund sechs Milliarden Euro die Rede gewesen. In den Medien war kürzlich aber über einen nahezu doppelt so großen Schwund spekuliert worden.
Gleicher Weg wie IBM?
"Wir verschlanken uns, um später wieder wachsen zu können", sagte Reger. Der Wandel hin zu einem Dienstleistungsanbieter erinnert an den US-Konzern IBM, der sich weg vom Hardware- zum lukrativeren Servicegeschäft bewegt hat und dadurch auch in der Wirtschaftskrise noch gut dasteht.
"Wir wollen aber niemanden kopieren", sagte Reger. "Geräte sind und bleiben für uns sehr wichtig."

(Dorothee Monreal)

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