News

Fünf Attacken täglich: Cyber-Abwehr hat gut zu tun

Es ist noch nicht eröffnet aber schon ausgelastet: Die zehn Mitarbeiter des Cyber-Abwehrzentrums kämpfen bis zu fünfmal täglich gegen das Böse aus dem Internet.

11.06.2011, 15:01 Uhr (Quelle: DPA)
Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Das neue nationale Cyber-Abwehrzentrum in Bonn kann sich über mangelnde Arbeit nicht beklagen: Täglich gehen etwa drei bis fünf neue Fälle von Angriffen aller Art auf Computersysteme ein, teilte der IT-Direktor im Bundesinnenministerium, Martin Schallbruch, am Mittwoch in Berlin mit. Und dabei ist die "Plattform" noch nicht einmal offiziell eröffnet

Wirtschaftsspione sind aktive Cyber-Krieger

Jede Behörde entscheide selbst, ob ein Vorfall gravierend genug sei, um das Cyber-Abwehrzentrum einzuschalten, so Schallbruch. Die neue Einrichtung hat Anfang April ihre Arbeit aufgenommen. Offiziell eröffnet wird sie am Donnerstag nächster Woche von Innenminister Hans-Peter Friedrich in Bonn.

"Das Cyber-Abwehrzentrum ist keine neue Behörde, sondern eine Informations- und Kooperationsplattform", sagte die IT-Beauftragte der Bundesregierung, Cornelia Rogall-Grothe. "Die Erkenntnisse werden technisch analysiert, ebenso wird nach der möglichen Motivation eines Täters gefragt."

Vom Ergebnis der Analyse hänge es ab, welche der beteiligten Behörden zuständig sei und im Rahmen ihrer Befugnisse aktiv werde. "Die meisten Angriffe kommen aus dem zivilen Bereich, etwa zur Wirtschaftsspionage", sagte Rogall-Grothe.

Zehn gegen den Rest der Welt

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat im Cyber-Abwehrzentrum die Federführung und stellt neben den Räumlichkeiten auch sechs der zehn Mitarbeiter. Jeweils zwei Mitglieder kommen vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK) und vom Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV).

In einem weiteren Schritt werden Mitte Juni auch Vertreter der Bundespolizei, des Bundeskriminalamts, des Bundesnachrichtendienstes, der Bundeswehr und des Zollkriminalamts einbezogen.

Das Cyber-Zentrum ist Teil der im Februar beschlossenen Schutz-Strategie der Bundesregierung. Damit will sie Bedrohungen aus dem Internet für die Behörden abwenden.

Täterprofile und Schwachstellen ausloten

Aufgaben des Gremiums sind laut BSI: Das schnette Bewerten von Angriffen aus dem Netz und entsprechende Handlungsempfehlungen. Dazu gehört nicht zuletzt der Informationsaustausch über Täterprofile und Schwachstellen von IT-Produkten. Außerdem werden IT-Vorfälle, Verwundbarkeiten und Angriffsformen analysiert.

(Dorothee Monreal)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang