Glasfaserausbau

FTTH Council: 34 Millionen FTTH/B-Anschlüsse in Deutschland bis 2026

Deutschland soll laut einer aktuellen Marktprognose des FTTH Council Europe bis 2026 einen rasanten Anstieg bei der Zahl der verfügbaren FTTH/B-Glasfaseranschlüsse verzeichnen. Deutlich stärker als in anderen europäischen Ländern.

Jörg Schamberg, 04.12.2020, 11:15 Uhr
Breitbandausbau Glasfaserkabel© Peter / Adobe Stock

Das FTTH Council Europe, eine Industrieorganisation, die den FTTH-Glasfaserausbau vorantreiben will, hat eine Marktprognose für Glasfaseranschlüsse für den Zeitraum bis 2026 veröffentlicht. Der im europäischen Vergleich höchste Zuwachs an FTTH-/B-Anschlüssen werde in Deutschland erwartet.

Zahl der FTTH/B-Anschlüsse in Deutschland legt bis 2026 stark zu

Hierzulande steige die Zahl der verfügbaren FTTH/B-Anschlüsse bis 2026 um 730 Prozent gegenüber 2019. Danach folgen Großbritannien mit 548 Prozent Steigerung sowie Italien mit 218 Prozent. Bei der Marktprognose werden 39 Länder berücksichtigt, individuelle Markteinschätzungen gibt es für 15 Länder. Demnach sollen 2026 in den 27 EU-Ländern sowie in Großbritannien 202 Millionen Haushalte mit FTTH/B versorgt werden können. 2019 lag diese Zahl erst bei 88,1 Millionen.

Ein deutlicher Anstieg wird auch für die sogenannte Take-Up-Rate erwartet, die den Anteil der tatsächlich aktiv genutzten Glasfaseranschlüsse angibt. Diese soll von 43,3 Prozent (2019) auf 73,3 Prozent (2026) zulegen. In Deutschland gebe es 2020 sechs Millionen verfügbare FTTH/B-Anschlüsse, 2026 sollen es 34 Millionen sein. Nur Russland hätte mit dann 53 Millionen FTTH/B-Anschlüssen mehr Glasfaseranschlüsse in Europa.

Das massive Wachstum bei Glasfaseranschlüssen sei teils auch bedingt durch die aktuelle Corona-Pandemie. Die Nachfrage nach Breitbandanschlüssen sei etwa wegen der verstärkten Arbeit im Homeoffice gestiegen. Hinzu kommen eine bessere Glasfaserförderung und FTTH-Ausbaukooperationen. Auch der 5G-Ausbau treibe die Nachfrage nach mehr Glasfaserverbindungen zur Anbindung von Mobilfunkbasisstationen voran.

BUGLAS: Glasfaserausbau benötigt verlässliche Rahmenbedingungen

Der Glasfaserverband BUGLAS zeigte sich dank der Zahlen des FTTH Council zuversichtlich für den weiteren Glasfaserausbau. BUGLAS-Geschäftsführer Wolffang Heer kommentiert zwei Entwicklungen, die aus der Veröffentlichung des FTTH Council ersichtlich werden: "Zum einen wird deutlich, dass der Take-up von Glasfasernetzen stärker wächst als der Ausbau der Netze. Das heißt, dass die Netzauslastung steigt und sich Investitionen schneller amortisieren lassen. Das ist eine insbesondere auch für die Investoren sehr erfreuliche Entwicklung. Zum zweiten weist das Council zu Recht darauf hin, dass Kooperationen und Zusammenarbeit bei Netzausbau und -nutzung die Errichtung von FttB/H-Infrastrukturen maßgeblich beschleunigen helfen."

Damit die Prognosen des FTTH Council aber Realität werden könnten, brauche der Glasfaserausbau investitionsfreundliche und verlässliche Rahmenbedingungen. Die TKG-Novelle müsse zeitnah auf den Weg gebracht werden.

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