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"FTD": Telekom macht Tempo bei neuen Produkten

Die Deutsche Telekom will die Entwicklung neuer Produkte wie Webdienste und Anwendungen schneller vorantreiben. Laut "FTD" sei dazu ein Umbau von ganzen Sparten in kleinere Einheiten angedacht. Betroffen wären rund 3.000 Mitarbeiter.

31.05.2011, 11:04 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Der Telekommunikationsriese Deutsche Telekom ist mit einer Mitarbeiterzahl von rund 120.000 Beschäftigten alleine in Deutschland ein schwerfälliger 'Dampfer'. Schnelle Produktentwicklungen sind kaum möglich, da Entscheidungen erst auf vielen Ebenen abgestimmt werden müssen. Damit könne die Telekom laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland" (FTD) aber nicht gegen Konkurrenten wie Google bestehen, die Webdienste und mobile Anwendungen viel schneller vorantreiben. Daher sei der Umbau ganzer Segmente der Telekom in kleinere, eigenständigere Einheiten sowie die eventuelle Auslagerung von Sparten angedacht. Als Gesellschaftsform komme laut "FTD" eine GmbH in Betracht. Betroffen von dem konzerninternen Umbau wären rund 3.000 Beschäftigte, die bereits ab dem kommenden Jahr in neuen Strukturen arbeiten könnten.

Umsatz mit Onlinegeschäften soll steigen

Federführend entwickeln der Telekom-Technikvorstand Edward Kozel und sein Produkt- und Innovationschef Thomas Kiessling entsprechende Umbaupläne. Endgültige Entscheidungen sind nach Angaben des Konzerns noch nicht getroffen worden. Außerdem sehen Arbeitnehmervertreter und die Gewerkschaft Verdi solche Planspiele eher kritisch, da sie eine Aushebelung der Tarifbindung in den neuen Gesellschaften fürchten. Ende September sollen offizielle Gespräche mit den Betriebsräten beginnen.

Kozel ist auch für die Webaktivitäten der Telekom verantwortlich und will die Internetgeschäfte weiter ausbauen. Onlinegeschäfte sind eines der fünf Wachstumsfelder in der von Konzernchef René Obermann entworfenen neuen Telekom-Strategie. Im vergangenen Jahr erzielte der Bonner Konzern mit Webgeschäften einen Umsatz von 1 Milliarde Euro, bis zum Jahr 2015 soll der Umsatz in diesem Geschäftsfeld auf 2 bis 3 Milliarden Euro steigen. Die Telekom ist aktuell unter anderem mit ihrem Portal Musicload sowie dem Bezahldienst Clickandbuy im Netz aktiv.

Telekom bietet erste Produkte in neuen Geschäftsfeldern an

Die neuen Geschäftsfelder Energie, Onlinedienste, Telemedizin und den Vertrieb digitaler Medien hat der Bonner Konzern fest im Fokus. Seit Montag können Kunden in 50 Telekom-Shops in Niedersachsen und Bayern intelligente Stromzähler von EON kaufen. Im August sind in den Telekom-Shops Messmodule von Medisana erhältlich, die per Smartphone Blutdruck, Puls, Temperatur und Gewichts erfassen und auswerten können. Auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) Anfang September in Berlin soll zudem ein Paket für die elektronische Fernsteuerung von Haushaltsgeräten präsentiert werden.

(Jörg Schamberg)

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