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FTD: Sparprogramm bei o2

Möglicherweise werden bei Deutschlands kleinstem Mobilfunk-Netzbetreiber 20 Prozent der Stellen gestrichen werden. Die spanische Mutter Telefónica macht offensichtlich Druck und erwartet Erfolge.

15.05.2007, 08:50 Uhr
o2© Telefónica

Die deutsche Mobilfunktochter der spanischen Telefónica, o2 Germany, steht möglicherweise vor einem harten Sparprogramm. Die "Financial Times Deutschland" (FTD) will in Erfahrung gebracht haben, dass intern darüber nachgedacht wird, bis zu 1000 Arbeitsplätze zu streichen. Das wären mehr als 20 Prozent der Belegschaft.
Harter Kostendruck
Wie es heißt, mache o2 unter anderem der harte Preisdruck auf dem deutschen Mobilfunkmarkt. Der Konzern versuche zwar, mit Billigangeboten Anschluss zu halten, gerate durch ineffiziente Prozesse aber zunehmend in Schieflage. So habe o2 inzwischen die höchsten Kundengewinnungskosten, aber die niedrigsten Margen. Das Nettoergebnis sei nach eigenem Bekunden seit Jahren rot gefärbt, genaue Zahlen werden aber nicht veröffentlicht. Ein weiteres großes Problem: o2 hat mit seiner Mobilfunk-Festnetzkombination Genion kein Alleinstellungsmerkmal mehr. T-Mobile und Vodafone bieten inzwischen ähnliche Tarife an.
Jetzt macht offensichtlich die spanische Muttergesellschaft Druck und erwartet nach FTD-Angaben bis spätestens 2008 Erfolge. Unter anderem soll dabei auch das Geschäft mit schnellen DSL-Anschlüssen helfen. Das eigene Ziel, 20 Prozent aller DSL-Neukunden in Deutschland für o2 zu gewinnen, wurde inzwischen verworfen. Nicht nur interne Prozesse liefen nicht optimal auch der intensive Wettbewerb bereiten Probleme. Hinzu kommt, dass o2 preislich unter den DSL-Anbietern allenfalls im Mittelfeld rangiert. Ab Juni soll sich das mit neuen DSL-Tarifen aber ändern.
Putschversuch gegen Deutschland-Chef
Wie prekär die Lage auch intern zu sein scheint, macht ein angeblicher Putschversuch deutlich. Deutschland-Chef Rudolf Gröger soll nach Informationen der FTD mit einem Putschversuch konfrontiert worden sein, der allerdings scheiterte. Die Finanz- und Vertriebschefs von o2 Germany seien im vergangenen Jahr heimlich nach London geflogen, um Gröger bei Peter Erskine, dem Chef der o2-Gruppe, anzuschwärzen. Der Vorwurf: Die veröffentlichten Zahlen in Deutschland gäben nicht die wahre Lage des Unternehmens wieder.

(Hayo Lücke)

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