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FTD: Nokia Smartphones künftig ohne Symbian

Der finnische Handyhersteller soll das Vertrauen in das Betriebssystem Symbian verloren haben und in Zukunft auf Maemo setzen, der Software in seinen Internet Tablets.

11.08.2009, 13:08 Uhr
Smartphone© goodluz / Fotolia.com

Mehr als ein Jahrzehnt hat der finnische Handyhersteller Nokia auf das Betriebssystem Symbian gebaut. Erst im letzten Jahr wurde das Unternehmen Symbian Ltd. für rund 264 Millionen Euro komplett übernommen und im April die Software in eine neu gegründete Stiftung eingebracht. Doch den Anforderungen moderner Smartphones ist Symbian nicht mehr gewachsen.
System zu schwerfällig
Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" (FTD) hat bei Nokia mittlerweile ein Strategiewechsel stattgefunden. Aus dem Umfeld des Konzerns sei zu vernehmen, dass Symbian zu schwerfällig sei, um mit modernen Betriebssystemen wie denen von Apple oder BlackBerry-Hersteller RIM, mitzuhalten. Die Software basiert auf dem Epoc-Betriebssystem der Psion-Taschencomputer aus den 90er Jahren. In den überalterten Code mit seiner komplexen Struktur ließen sich nur mit viel zu großem Aufwand neue zentrale Funktionen implementieren. Nicht von ungefähr hätte Nokia bis zu diesem Sommer benötigt, um mit dem Topmodell N97 endlich eine Antwort auf das iPhone auf den Markt zu bringen.
Laut den Marktforschern von Gartner sank Nokias Marktanteil bei den Smartphones auf zuletzt 49,3 Prozent. Zulegen konnten hingegen Apple und RIM, die mittlerweile weltweit jedes dritte Oberklassehandy verkaufen. Hinzu kommt auch noch Google mit seinem lizenzfreien Betriebssystem Android, das bereits erste Erfolge in den Internethandys G1 und G2 von HTC feiern konnte.
Künftig werde auf Maemo gesetzt
Künftig wolle der Weltmarktführer in vielen seiner leistungsfähigen Mobiltelefone die lizenzkostenfreie Software Maemo einsetzen, so die FTD. Diese haben die Finnen bislang für ihre Internet Tablets, wie dem N810, genutzt und weiterentwickelt. Doch schon in wenigen Wochen soll nun das erste Maemo-Smartphone auf den Markt kommen.
Bereits Ende Juni habe sich angedeutet, dass Nokia künftig vermehrt auf Maemo setzen werde. Da wurde eine Vereinbarung mit dem Prozessor-Hersteller Intel geschlossen, in der es auch um die Zusammenarbeit bei den Mobilgeräte-Betriebssystemen Maemo sowie dem auf Linux basierenden Moblin ging. Und Anfang Juli sagte der für Maemo zuständige Nokia-Manager Quim Gil auf einem Entwicklertreffen, man sei dabei, Maemo zu einer "Mainstream-Plattform" für Handys zu machen.
Keine Gefahr für Symbian
Trotz dieser Entwicklung sieht man sich bei der Symbian-Stiftung in London nicht in Gefahr. Nokia werde auch künftig die Mehrzahl seine Handys mit dem etablierten Betriebssystem ausliefern, sagte Manager David Wood der FTD. Außerdem werden andere Symbian-Nutzer wie Sony Ericsson schon in wenigen Jahren über die Hälfte des Entwicklungaufwands für die Software tragen.

(Michael Posdziech)

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