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"FTD": Garmin plant Übernahme von Navigon

Garmin, weltweiter Marktführer bei Navigationsgeräten, will den Hamburger Navi-Spezialisten Navigion für einen mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag kaufen.

03.06.2011, 11:46 Uhr
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Die fetten Jahre sind vorüber: Die Hersteller von Navigationsgeräten spüren die Konkurrenz von Smartphones und von kostenloser Navigationssoftware durch Anbieter wie Google oder Nokia. Nun könnte der kleine Hamburger Navigationsspezialist Navigon, der weltweit rund 400 Mitarbeiter beschäftigt, auf der Strecke bleiben. Laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland" strebt Garmin, US-Konkurrent und weltweit größter Navi-Anbieter, eine Übernahme des deutschen Unternehmens an.

Navigationsmarkt hart umkämpft

Für den Kauf will Garmin angeblich eine mittlere zweistellige Millionen-Euro-Summe zahlen. Das Geschäft soll zügig über die Bühne gehen, noch in diesem Monat soll der Kaufvertrag erstellt werden. Mit einem Anteil von 90 Prozent gehört Navigon mehrheitlich der Investmentgesellschaft General Atlantic Partners. 2005 hatte sich General Atlantic zunächst einen 25-Prozent-Anteil an Navigon gesichert und später einen Börsengang angestrebt.

Navigon hatte sich anfangs nur auf das Anbieten von Navigationssoftware spezialisiert, nach dem Verkaufsstart von Apples iPhone aber auch auf eigene Navis gesetzt. Doch nun geht es für Navigon offenbar ums Überleben, spezielle Navigationsgeräte sind dank Smartphones nicht mehr unbedingt nötig. Garmin hatte bereits im vergangenen Jahr weitere Übernahmen geplant, der angeschlagene deutsche Navi-Spezialist Navigon kommt daher zum richtigen Zeitpunkt. Stellungnahmen zu der angeblich geplanten Übernahme gab es von beiden Seiten nicht.

Navigon machte jahrelang Verluste

Zwischen 2006 und 2009 schrieb Navigon laut "FTD" zum Teil hohe Verluste. 2009 erreichte die Verschuldung 76,5 Millionen Euro, der Umsatz stieg aber zugleich auf 166 Millionen Euro. Garmin und TomTom versuchen sich seit dem vergangenen Jahr mit aggressiver Preispolitik Marktanteile zu sichern. Auch dies wird sicherlich nicht ohne Auswirkungen auf die Hamburger geblieben sein. Zahlen für das vergangene Jahr sind noch nicht bekannt.

(Jörg Schamberg)

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