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"FT": Microsoft testet WLAN über TV-Frequenzen

Smartphones boomen, doch die Bandbreite für mobile Breitbanddienste ist knapp. Ein Konsortium unter Führung von Microsoft testet in Großbritannien nun die Realisierung eines mobilen Breitband-Netzes über freie TV-Frequenzen.

27.06.2011, 11:03 Uhr
Microsoft© Microsoft

Die hohe Nachfrage nach Smartphones hat auch ihre Schattenseiten. Denn die multifunktionalen Mobilfunkgeräte sind Bandbreitenfresser und entsprechende Frequenzen sind nicht endlos vorhanden. Ein Konsortium unter Führung des US-Softwareriesen Microsoft prüft laut "Financial Times" nun im Rahmen eines am Mittwoch im britischen Cambridge startenden Tests neue mobile Übertragungswege. Genutzt werden sollen freie Funkfrequenzbänder ("white space"), die nicht für die Fernsehübertragung verwendet werden.

Microsoft setzt auf freie Frequenzen

Zum Konsortium gehören auch die BBC, British Sky Broadcasting und British Telecom. In Ballungsgebieten und Städten könnten über die freien Frequenzbänder "super WiFi" Netzwerke realisiert werden. Aber auch in ländlichen Gebieten soll eine WLAN-Grundversorgung über die Frequenzen möglich sein. In seiner US-Firmenzentrale hat Microsoft bereits ein experimentelles mobiles Breitband-Netzwerk errichtet und nutzt ein Spektrum im Frequenzbereich, der für die digitale TV-Übertragung reserviert ist.

Microsoft hofft darauf, dass der Test in Cambridge auch andere europäische Länder dazu bewegt, freie Frequenzbänder für mobile Breitband-Netze zu öffnen. Kritisch beäugt wird der Test von den britischen Regulierungsbehörden. Der Testlauf soll vor allem den Nachweis erbringen, dass die über die Frequenzen realisierten mobilen Breitbanddienste die TV-Übertragungen nicht beeinträchtigten. Der US-Softwarekonzern hat zudem bereits Gespräche mit Regulierern in Japan und Singapur geführt, um auch dort freie Frequenzen für WLAN-Netzwerke nutzen zu können.

"Das Spektrum ist eine endliche natürliche Ressource. Wir können nicht mehr herstellen und wir müssen es effizient und weise nutzen", betont Dan Reed, ein technischer Stratege von Microsoft. Die freien Frequenzbänder, die nicht für digitale TV-Übertragungen genutzt werden, hätten ein großes Potential, um viele Menschen mit drahtlosen Breitbanddiensten zu versorgen.

(Jörg Schamberg)

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