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Frohe Weihnacht: DDoS-Attacke legt Portale lahm

antispam.de, computerbetrug.de und dialerschutz.de wurden Opfer von Hackern und sind derzeit nicht erreichbar.

24.12.2005, 13:47 Uhr
Internet© Anterovium / Fotolia.com

Die Verbraucherschutz-Magazine antispam.de, computerbetrug.de und dialerschutz.de wurden Opfer von DDoS-Attacken (Distributed Denial of Service). Bereits seit Donnerstagabend erreichen die Internetportale Anfragen von mehreren Tausend Rechnern - die daraus resultierende Last zwingt die Server in die Knie und lässt "normale" HTTP-Anfragen untergehen.
Hände gebunden
Wie der Webmaster von dialerschutz.de, Sascha Borowski, heute bekannt gab, ließ der Angriff am Freitagabend in seiner Stärke nach, erreichte gegen Mitternacht dann aber die alte Heftigkeit. Die eingerichteten Filtersysteme seien ab diesem Zeitpunkt nicht mehr in der Lage gewesen, die Attacken abzuwehren. Seitdem sei ein Erreichen von dialerschutz.de nicht mehr möglich.
Eine DDoS-Attacke ist eine durch ein bösartiges Script (Backdoor genannt) ausgeführte Anfrage an einen Server. Ziel ist es, den Server durch Überlastung reaktionsunfähig zu machen. Der ausführende Code liegt dabei nicht auf einem einzigen Rechner, sondern auf vielen mehr. Oftmals sind sich die infizierten Wirte gar nicht im Klaren darüber, die Backdoor mit sich zu führen - man spricht hier von "Zombierechnern", die attackieren, ohne es zu wissen. Antiviren-Programme können Backdoors suchen und isolieren.
Nicht das erste Mal
Alle drei Internetportale sind nicht das erste Mal Opfer von derartigen "Nettigkeiten". So hatte das gemeinsame Forum von dialerschutz.de und computerbetrug.de in diesem Jahr gleich mehrfach mit Hacks zu kämpfen. Bei antispam.de das gleiche Bild: DDoS-Attacken im September und Mai dieses Jahres. Immerhin: der Verursacher der Angriffe auf das Gemeinschaftsforum von dialerschutz.de und computerbetrug.de konnte gefasst und verurteilt werden.
Zum aktuellen Stand der Dinge sagt Sascha Borowski gegenüber onlinekosten.de: "DDoS-Attacken können bis zu einem bestimmten Grad durch Filter geblockt werden. Das ist uns bei mehreren Angriffen in der Vergangenheit ganz gut gelungen. Aber die aktuelle Attacke ist schon sehr massiv. Deshalb können wir auch noch nicht sagen, wann wir wieder erreichbar sind." Gleichzeitig unterstreicht Borowski, dass die Angreifer "mit ihrer Aktion nichts erreichen". Ganz im Gegenteil: "Wir sehen uns und die Notwendigkeit unserer Arbeit dadurch nur bestätigt. Solche Attacken zeigen nämlich, dass wir auf dem richtigen Weg sind und unseriösen Geschäftemachern das Leben schwer machen", so Borowski. "Genau das ist unser Ziel."

(Michael Müller)

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