News

FRK sieht arena in der Abseitsfalle

arena habe kein Interesse an Verhandlungen mit unabhängigen mittelständischen Kabelnetzbetreibern. Zwölf Millionen Kabelkunden müssten auf Fußballübertragungen verzichten.

06.05.2006, 12:01 Uhr
Internet© Gina Sanders / Fotolia.com

Droht Millionen von Fußballfans eine Abseitsfalle? "Der neue Bundesliga-Pay-TV-Sender arena hat noch kein Interesse, mit dem Verband der unabhängigen mittelständischen Kabelnetzbetreiber, FRK, über die Einspeisung der Fußball Bundesligaspiele zu verhandeln. arena sperrt mit den von diesen Netzbetreibern versorgten über zwölf Millionen Fernsehhaushalten immerhin rund ein Drittel der deutschen Kabelhaushalte aus den Fußballstadien aus", wundert sich Heinz-Peter Labonte, Vorstandssprecher des FRK - Fachverband Rundfunkempfangs- und Kabelanlagen über die Fehleinschätzung der arena-Strategen. Deshalb bemühe sich der FRK nunmehr, für die Vielzahl der Internetdienste anbietenden Firmen entsprechende Einspeisungsvereinbarungen für T-online und ihr Bundesligafußballangebot als Alternative zu arena zu entwickeln.
Mangelnde Kenntnis bei arena-Machern?
Labonte bewertet die ablehnende Haltung von arena als "aus Unkenntnis der Marktstrukturen und sprachlich bedingte Kundenferne verursachten Fehler" eines vermeintlichen Rechtemonopolisten, der den Bundesliga-Clubs und ihren Fußballfans in über 12 Millionen Kabelhaushalten gegen das Schienbein trete. Mit der Entscheidung der mit dem Kabelmarkt und den Kundeninteressen nicht vertrauten Pay TV Verantwortlichen bei Unity Media, die mittelständischen Kabelnetzbetreiber zu ignorieren, werde arena die selbst gesetzten Reichweitenziele in absehbarer Zeit nicht erfüllen können.
Um den Fußballfans eine attraktive Alternative zu dem Pay-TV-Angebot von arena anzubieten, strebe der FRK Gespräche mit der Deutschen Telekom über eine Weiterverbreitung der Bundesliga-Internetübertragungen an. Da die künftigen arena-Abonnenten für den Bundesliga-Empfang ohnehin neue Set Top Boxen kaufen sollen, beginne ein Reichweitenwettlauf mit T-online, den die mittelständischen Kabelnetzbetreiber für ihre Internet-Kunden nutzen wollen, erklärte Labonte abschließend.
Harte Verhandlungen
arena hatte Ende Dezember letzten Jahres von der Deutschen Fußball Liga (DFL) die Live-Übertragungsrechte für alle 612 Spiele der 1. und 2. Bundesliga im klassischen Pay TV erhalten. Neben eines Angebotes, das über Satellit angeboten wird, wurden auch schon mit den zu Unity Media gehörenden Kabelnetzbetreibern ish (Nordrhein-Westfalen) und iesy (Hessen) Programmpakete geschnürt. Mit Marktführer Kabel Deutschland konnte noch keine Einigung erzielt werden, arena sieht allerdings den Kabel-Giganten in der Pflicht auf ein vorgelegtes Angebot zu reagieren. Zudem ist der Deutschen Telekom und der DFL ein Streit ausgebrochen, inwieweit diese ihre Rechte für Internetstreams an mögliche Kooperationspartner weiterreichen darf.

(Hayo Lücke)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang